thirl
Bohren oder durchbohren; Durchbrechung wie einer Trennwand zwischen zwei Grubenbauen.
thirl: Durchbohrung von Gestein zwischen Grubenbauen
Thirlen bedeutet, horizontal durch festes Gestein zu bohren, in der Regel um zwei separate unterirdische Baue miteinander zu verbinden oder einen Pfeiler durchzubrechen, der sie trennt. Im Kohle- und Hartgesteinbergbau war diese Arbeit unverzichtbar: Wenn benachbarte Flöze oder Abbaubereiche verbunden werden mussten oder wenn eine Schranke durchbrochen werden sollte, um den Durchgang von Luft, Wasser oder Personal zu ermöglichen, musste ein Thirl geschlagen werden. Der Begriff gehört zum Vokabular älterer Bergbaupraktiken und wird heute weitgehend durch präzisere moderne Fachbegriffe und mechanische Verfahren ersetzt.
Historisch wurden Thirle von Hand mit Bohrern oder später mit Druckluftbohrern geschlagen, wobei Arbeiter in beengten Verhältnissen tätig waren. Die Arbeit erforderte genaue Zielrichtung: Ein fehlkalkulierter Thirl konnte den Zielbau ganz verfehlen oder unbeabsichtigt eine Wand durchbrechen und die Grube fluten. Das Loch selbst konnte klein sein, um als Lüftungskanal oder Sonde zu dienen, oder größer, je nachdem, was hindurchgeführt werden musste. Handthirle erforderten Geschick und körperliche Ausdauer, häufig unter feuchten oder gasigen Bedingungen.
Der Begriff und sein Kontext
Das Verb thirlen stammt aus dem Altenglischen und der schottischen Bergbaudialekt und steht in Beziehung zur Idee des Durchlochens. Es lebt in schottischen und nordenglichen Bergbauakten und technischen Berichten aus dem 18. und 19. Jahrhundert weiter. Das entsprechende Substantiv thirl bezeichnete sowohl den Vorgang als auch die resultierende Öffnung. Verwandte Begriffe sind thrall (bohren) und thirl-stone (durchbohrtes oder angebranntes Gestein).
Thirlen war besonders in Kohlegruben verbreitet, wo Pfeiler benachbarte Abbaubereiche trennten und wo kontrollierte Belüftung Verbindungslöcher erforderte. In Metallerzgruben diente das Thirlen dem Zugang zu neuem Erz oder der Druckentlastung an Pfeilern. Die Praxis nahm ab, als das Untertagebohren schneller, sicherer und mechanisierter wurde und die Bergbautechnik zu geplanten Grubenfeldern überging, die weniger improvisierten Verbindungen bedurften.