Zimmerhauermeister
Englisch: timberman
Person, die Holzstempel in Bergwerken einbaut.
Grubenholzmann: Das hölzerne Skelett des Bergbaus
Ein Grubenholzmann ist ein qualifizierter Untertagarbeiter, der für die Montage, Wartung und den Austausch von hölzernen Stützstrukturen in aktiven Bergwerken verantwortlich ist. Die Arbeit ist konstruktiv und oft dringend: Die Hölzer halten das Gestein zurück und verhindern Einstürze in Stollen und Abbauräumen, daher arbeitet der Grubenholzmann nach engen Toleranzen und Sicherheitsvorgaben, häufig bei schlechtem Licht und in beengten Verhältnissen.
Der Grubenholzmann wählt die Hölzer nach Güteklasse und Durchmesser aus, üblicherweise Weichhölzer wie Fichte oder Kiefer, die vor Ort zurechtgeschnitten werden. Er setzt Pfosten, Verband und Ausbau (die Bretter, die zwischen den Pfosten gespannt sind) zur Stützung von Dach und Wänden ein. In Hartsteinbergwerken werden Pfosten oft senkrecht unter Spannung gesetzt; in Steinkohlengruben kann ein Grubenholzmann aufwändige hölzerne Verbandsstrukturen mehrerer Schichten errichten, um das Hangende zu halten. Die Arbeit verlangt Urteilsfähigkeit: Die Dimensionierung der Hölzer hängt vom Gewicht des Gesteins oben, der Gesteinsfestigkeit und der zu überbrückenden Spannweite ab.
Verschleiß und Versagen sind ständige Realitäten. Holz verfault durch Feuchte und Gebirgsdruck, und verschlechternde Hölzer sind eine Hauptursache für Unfälle bei Untertagarbeiten. Ein Grubenholzmann muss seine Installationen regelmäßig überprüfen, weiches oder verdichtetes Holz erkennen und beeinträchtigte Abschnitte vor einem Versagen austauschen. In einigen Betrieben installiert der Grubenholzmann auch Stahlpfosten und Gitter, wodurch die Grenze zwischen Spezialist und allgemeinem Ausbauer verschwimmt.
Der Begriff spiegelt die Ära wider, in der Holz das primäre Stützmaterial für die Dachwerke in den meisten Bergwerken war. Selbst in modernen Bergwerken, die Stahl- oder Betongewölbe bevorzugen, bleiben Grubenholzleute in temporären Arbeitsräumen und in älteren Untertagebetrieben häufig. Die Rolle erfordert physische Kraft, räumliches Denken und Vertrautheit mit der besonderen Geologie und dem Grubenlayout; erfahrene Grubenholzleute arbeiten oft eigenständig mit minimalem Aufsicht.