Costean
Englisch: costean
Ein Graben durch Festgestein, der durch Schächte unterbrochen ist und Mineralvorkommen aufdeckt.
Costean: ein Graben, der zum Freilegen von Erzadern im Fels ausgehoben wird
Ein Costean ist ein schmaler Graben, der durch festes Gestein getrieben wird, typischerweise 3 bis 6 Fuß breit, und waagerecht oder in steilem Winkel in einen Hang oder ein Aufschlussgebiet vorangetrieben wird. Der Graben wird in regelmäßigen Abständen durch senkrechte oder nahezu senkrechte Schächte, sogenannte Pits, unterbrochen, die es Arbeitern ermöglichen, einzufahren und Proben zu nehmen oder die Grabung in der Tiefe fortzusetzen. Der Zweck ist einfach: den vermuteten Erzadern quer zur Streichrichtung folgen, sodass die Erzlagerstätten im Querschnitt freiliegen und ihre Mächtigkeit, Qualität und Ausrichtung zeigen, ohne sich auf eine vollständige unterirdische Grube einzulassen.
Costeaning war vor der modernen Bohrtechnik die Standard-Prospektionsmethode. Ein Bergmann oder Explorationsteam bemerkte einen Aufschluss oder geologische Hinweise auf nahegelegene Erze und trieb dann einen Costean quer zur vermuteten Verlaufsbahn der Ader. Die Pits ermöglichten es den Arbeitern, beim Vordringen in die Tiefe kontinuierlich Proben zu nehmen, und wenn Erz gefunden wurde, konnten weitere Pits abgeteuft werden, um die Ader seitlich zu verfolgen. Im Hartgesteinsbergbau könnte ein Costean 50 bis 200 Fuß Länge erreichen, bevor der Betreiber entschied, ob ein richtiger Schacht und ein Stollen gerechtfertigt waren.
Die Arbeit war körperlich anstrengend und gefährlich. Das Vorantreiben eines Costeans durch Granit, Schiefer oder anderen Hartstein erforderte Handwerkzeuge, später unterstützt durch Drucklufthämmer oder kleine Sprengladungen mit Schwarzpulver. Die Belüftung in den verbindenden Pits war oft unzureichend, und die Pits selbst waren anfällig für Einsturz, Überflutung oder Gasansammlung. Ein Costean erforderte ständige Holzstützung, um Einstürze zu verhindern, und das Ausbruchmaterial musste regelmäßig ausgefahren werden. Da ein Costean das Gestein in einem Winkel durchschneidet, sammelte sich Wasser in den unteren Abschnitten und musste mit dem Eimer geschöpft oder gepumpt werden.
Der Begriff selbst hat kornische Wurzeln, von "coste" oder "cost", was sich auf eine Erzader oder eine auf diese Weise freigelegte Ader bezieht. Costeaning war besonders in den Zinn- und Kupferminen von Cornwall und Devon ab dem 16. Jahrhundert verbreitet und die Methode wurde weltweit von Hartgesteinsprospektoren übernommen. Obwohl Bohrungen und geophysikalische Vermessungen das Costeaning in der professionellen Exploration weitgehend verdrängt haben, wird die Graben-und-Pit-Methode in artisanalen oder kleinmaßstäblichen Bergbaubetrieben gelegentlich noch verwendet, wo der Zugang zu Bohrausrüstung begrenzt ist.
Ein erfolgreicher Costean bestätigt nicht nur das Vorhandensein von Erz, sondern auch dessen Mächtigkeit und Ausrichtung. Ein steriler Costean dagegen schließt eine Lagerstätte aus und erspart dem Betreiber, eine teure Schachtanlage abzuteufen. In historischen Aufzeichnungen und geologischen Berichten sind Costean-Arbeiten oft als lineare Narben an Hängen erkennbar, manchmal noch nach Jahrhunderten nachvollziehbar, und sie bleiben ein wichtiger Beweis dafür, wo historische Bergbauaktivität stattgefunden hat.