Fußzerstörung
Englisch: toe-crushing
Ein Schaden an einer Backsteinmauer, bei dem die Steine an einem unteren Ende rissig werden und zerfallen.
Zehenquetschung: wenn Grundschichten eines Mauerwerks unter Last versagen
Zehenquetschung ist ein lokales Schadenmuster im Mauerwerk, bei dem Steine im unteren Bereich einer Wand, typischerweise an einer Ecke oder dort, wo sie auf ein Fundament trifft, Risse entwickeln und zerbröckeln. Der Schaden konzentriert sich in einem vertikalen Band, üblicherweise 300 bis 600 mm hoch, statt sich über die gesamte Basis auszubreiten. Die Steine reißen entlang der Mörtelfugen und innerhalb der Einheiten selbst; manchmal splittert Material nach außen ab.
Die Ursache ist ungleichmäßige Setzung oder Differenzbewegung zwischen dem Fundament und der darüber liegenden Wand. Wenn sich ein Bereich des Untergrunds leicht senkt oder wenn ein Fundament unter Last verschiebt, biegt sich die Wand. Die untere Ecke oder Kante, die die konzentrierte Spannung trägt, erfährt eine Druckbeanspruchung, die die Druckfestigkeit des Steins in dieser Zone übersteigt. Tonziegel versagen in Druck typischerweise bei 20 bis 40 MPa, abhängig von Brand und Zusammensetzung; wenn sich die Spannung an einer einzelnen Kante konzentriert, tritt Versagen bei geringerer Gesamtlast auf. Betonziegel und Hochlastziegel widerstehen Zehenquetschung besser als weichere Leichtziegel oder gewöhnliche Feldbrandsteine.
Erkennung und Vorbeugung
Zehenquetschung zeigt sich als horizontale Risse nahe der Basis, wobei zerbröckelte Steinfragmente manchmal außen an der Wand sichtbar sind. Sie unterscheidet sich von allgemeiner Setzung, die diagonal über einen breiten Bereich verläuft. Der Schaden geht üblicherweise auf unzureichende Tragfähigkeit des Fundaments, schlechte Bodenvorbereitung oder gesättigte Böden zurück, die an Festigkeit verlieren. Historische Gebäude auf Tonböden in Gegenden mit alten Tonabbaugruben sind besonders anfällig.
Vorbeugung beruht auf ordentlicher Grunduntersuchung, ausreichender Fundamenttiefe und Breite sowie guter Entwässerung. Sanierungsarbeiten umfassen üblicherweise Unterfangung des betroffenen Bereichs oder Einbau eines bewehrten Betonsockelbalkens zur gleichmäßigeren Lastverteilung. Lediglich neu verfugen der zerbröckelten Bereiche ist unwirksam, da die zugrunde liegende Bewegung fortdauert. Im modernen Hochbau wird Zehenquetschung weitgehend durch Einhaltung von Bauordnungen vermieden, die die Fundamentausbildung auf Grundlage von Bodenkennwerten und zulässigen Tragfähigkeiten festlegen.