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Bauwesen

Verfugen

Englisch: point

Die Fugen einer Mauer mit Zement oder Mörtel füllen und glätten

Verfugen: Mauerfugen mit Mörtel abdichten und fertigstellen

Verfugen ist das Ausfüllen, Verdichten und Fertigstellen der Mauerfugen zwischen Steinen, Mauerwerk oder Betonblöcken in einer fertiggestellten Wand. Nachdem der erste Mörtel abgebunden hat, packt ein Arbeiter mit einer Kelle frischen Mörtel fest in die Fuge, formt und verdichtet sie dann, um eine wasserdichte Abdichtung und ein fertiges Aussehen zu erreichen. Dies unterscheidet sich vom anfänglichen Auftragen von Mörtel beim Mauerbau, bei dem die Fugen leicht zurückgesetzt oder raue Oberflächen gelassen werden, um später verfugt zu werden.

Der zum Verfugen verwendete Mörtel unterscheidet sich oft leicht vom Lagermörtel des Bauvorgangs. Er kann einen höheren Zementanteil für Dauerhaftigkeit oder Kalk für älteres Mauerwerk haben, das weichere und flexiblere Fugen erfordert. Die Fuge wird vor dem Ausfüllen ausgekratzt (von losem Material befreit) auf eine Tiefe von 2,5 bis 5 Zentimetern. Der Zeitpunkt ist wichtig: Verfugen kann erst beginnen, wenn die Wand genug Festigkeit entwickelt hat, aber bevor der unterliegende Mörtel vollständig aushärtet und unmöglich zu bearbeiten wird.

Fugenprofil und Oberflächenfinish

Verfugen erzeugt mehrere Standardfugenprofile. Flächenbündige Fugen werden mit der Wandoberfläche glatt abgestrichen. Schräg nach außen geneigte Fugen leiten Wasser nach unten ab. Versenkte Fugen werden einwärts verdichtet, wodurch Schattenlinien für optische Effekte entstehen, aber kleine Absätze verbleiben, auf denen sich Wasser sammeln kann. Schräg nach innen abgestrichene Fugen sind generell das schwächste Profil für Wasserdichtheit. Die Wahl beeinflusst sowohl Optik als auch Leistung; bei Mauerwerk mit starkem Regen oder Frost-Tauwechsel sind flächenbündige oder schräg geneigte Fugen den versenkten oder schräg abgestrichenen Profilen überlegen.

Farbe und Zusammensetzung des Verfugungsmörtels können vom Originalmauerwerk abweichen, entweder beabsichtigt für optische Effekte oder weil sich Materialien über Jahrzehnte verändern. Nachverfugung (Verfugen von bereits geschädigten Fugen) erfordert möglichst genaue Anpassung von Mörtelfarbe und Festigkeit an den Original-Mörtel. Die Verwendung von Mörtel, der zu hart oder zu steif im Vergleich zu den umgebenden Steinen ist, kann zu Abplatzungen und Schäden führen. Bei historischem Mauerwerk ist exakte Mörtelabstimmung kritisch; ein harter moderner Zementmörtel kann dazu führen, dass weiches Original-Mauerwerk versagt.

Mangelhaft ausgeführte Verfugung ermöglicht Wassereintritt durch die Fugen, was zu Frostschäden, Ausblühungen und strukturellem Verfall führt. Verfugung, die zu früh ausgeführt wird, bevor die Wand ausgehärtet ist, oder auf Mörtel, der zu trocken oder zu nass ist, neigt zum Reißen und schnellen Versagen. Die Kunstfertigkeit liegt darin, den richtigen Moment zu wählen, die Fuge ordnungsgemäß vorzubereiten, mit ausreichend Druck zu arbeiten und das Profil gleichmäßig zu finishen. Bei großen Projekten ist Verfugung arbeitsintensiv und stellt einen erheblichen Teil der Gesamtkosten für Mauerwerk dar.

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