Torquey
Englisch: torquey
Mit großem Drehmoment.
torquey: ein Motor mit Kraft von unten
Ein torquestarker Motor liefert über einen breiten Drehzahlbereich kräftige Drehmomente, besonders im unteren und mittleren Bereich, wo die meisten Fahrer den Schub spüren. Das ist anders als bei einem hochdrehenden Motor, der seine Leistung erst kurz vor dem Drehzahlbegrenzer macht. Drehmoment bewegt ein Fahrzeug; Leistung ist nur ein Maß dafür, wie schnell das Drehmoment abgerufen wird. Ein Motor mit 350 lb-ft bei 2000 U/min fühlt sich torquevoll an, weil diese Kraft früh und kontinuierlich zur Verfügung steht und nicht erst bei 5500 U/min freigegeben wird.
Dieselmotoren sind das Schulbeispiel. Ein Turbodieselmotor in einem Lastwagen kann zwischen 1500 und 4000 U/min etwa 90 Prozent seines maximalen Drehmoments abrufen. Ottomotoren können auch torquevoll sein, besonders moderne mit variabler Ventilsteuerung und Turboaufladung. Ein aufgeladener 2,0-Liter-Vierzylinder fühlt sich torquevoll an, wenn er bei niedrigen Drehzahlen anlädt; ein Saugmotor mit 2,0 Litern im gleichen Auto nicht, weil Ein- und Auslasssteuerung das maximale Drehmoment viel höher erscheinen lassen.
Warum der Begriff auf der Straße wichtig ist
Torquevolle Motoren beschleunigen hart aus dem Stand oder mit niedriger Geschwindigkeit, ohne herunterzuschalten. Beim Schleppen eines Anhängers, beim Erklimmen steiler Steigungen oder beim Spurwechsel im Verkehr profitiert man von Drehmoment, das sofort verfügbar ist, nicht erst bei 6000 U/min. Fahrer spüren das als unmittelbare Reaktion. Ein weniger torqueVoller Wagen mit gleicher Leistung hat vielleicht schärfere Hochdrehzahlantwort, säuft aber bei niedrigen Drehzahlen unter Last ab. Die Fahrbarkeit, die Käufer unmittelbar erleben, hängt viel stärker von der Drehmomentenverteilung ab als von Spitzenwerten.
Das Getriebekonzept interagiert direkt mit der Torquevollheit des Motors. Ein torqueVoller Motor braucht weniger Gänge, um über verschiedene Geschwindigkeiten flott zu wirken, weil sein breites Drehmomentband die Arbeit mehrerer Übersetzungen übernimmt. Ein Motor mit schmalem Drehmomentkennfeld bekommt oft ein Acht- oder Zehngang-Getriebe verpasst, um ihn im optimalen Bereich zu halten. Schaltgetriebe auf torquevollen Motoren sind einfach zu fahren, weil der Motor unpräzise Kupplungsarbeit vergibt; der gleiche Wagen mit einem spitzen Motor geht leicht aus.
Torquevoll ist ein informeller Ausdruck, aber er beschreibt eine echte mechanische Eigenschaft, die ein brauchbares Fahrzeug von einem frustrierenden trennt. Engine-Mapping, Turboverzögerung, Ventilsteuerung, Hubraum und Ansauggestaltung tragen alle bei. Ein Lastwagen, der sich torquevoll anfühlt, verrichtet Arbeit. Eine Limousine, die sich torquevoll anfühlt, belohnt Landstraßenfahrten. Das Gegenteil, ein Motor, der träge von Idle wirkt und erst bei hohen Drehzahlen lebt, kostet Kraftstoff auf der Autobahn und verlangt in der Stadt ständige Aufmerksamkeit.