Turbosupercharger
Englisch: turbosupercharger
Turbolader, eine von Abgasen angetriebene Turbine zur Steigerung der Luftzufuhr zu einem Verbrennungsmotor; ein von der Abgasturbine angetriebener (anstelle eines motorgetriebenen) Kompressor.
Turbosupercharger: abgasgetriebene Luftpumpe für Aufladung
Ein Turbosupercharger ist ein Aufladegerät, das die Energie der Abgase nutzt, um eine Turbine anzutreiben, die wiederum einen Verdichter antreibt, der mehr Luft in den Ansaugtrakt eines Motors drückt. Anders als ein mechanischer Kompressor, der seine Antriebsenergie direkt über Riemen oder Zahnräder von der Kurbelwelle bezieht, gewinnt der Turbosupercharger Energie zurück, die sonst ungenutzt aus dem Auspuff entweichen würde. Die Verdichterstufe liefert typischerweise Luft mit 6 bis 20 psi Überdruck über dem Atmosphärendruck, je nach Ausführung und Ladedruck, wodurch der Motor pro Zyklus mehr Kraftstoff verbrennen und deutlich mehr Leistung als ein Saugmotor erzeugen kann.
Der Begriff selbst ist veraltet und wurde ab den 1980er Jahren zugunsten des einfacheren Wortes Turbolader weitgehend verdrängt. Das Präfix Turbo bezog sich ursprünglich auf das Abgasturbinen-Prinzip (vom lateinischen turbo, Drehbewegung), während Kompressor der ältere Oberbegriff für jedes Luftverdichtungsgerät war. Mit der Reifung der Turbinentechnik und ihrer Dominanz in Performance- und Dieselanwendungen wurde die Doppelbezeichnung überflüssig. Kraftfahrzeugingenieure und Hersteller einigten sich auf Turbolader allein, sodass Turbosupercharger heute hauptsächlich in älteren Fachliteratursammlungen und in Dokumentationen von Sammlerfahrzeugen zu finden ist.
Die grundlegende mechanische Anordnung besteht aus einem auf einer Welle montierten Turbinenrad mit einem Verdichterrad am anderen Ende, beide in einem Gehäuse versiegelt. Abgase aus dem Abgaskrümmer (typischerweise 600 bis 900 Grad Celsius am Turbineneintritt) beschleunigen die Turbinenschaufeln und drehen die Welle mit 80 000 bis 200 000 U/min, abhängig von Motorgröße und Last. Diese schnelle Rotation treibt das Verdichterrad an, das Umgebungsluft ansaugt, verdichtet und in den Ansaugkrümmer drückt. Fortschrittliche Ausführungen verwenden variable Geometrieturbinen oder Wastegate-Ventile, die den Ladedruck durch Umleitung überschüssiger Abgase um die Turbine regeln, wenn keine maximale Leistung erforderlich ist.
Typische Ausfallmechanismen und Konstruktionskompromisse
Turbolader arbeiten unter extremem thermischem und mechanischem Stress. Lagerschäden sind in älteren oder schlecht gewarteten Einheiten häufig, da Ölmangel oder Verschmutzung bei erhöhten Temperaturen die Gleitlager, die die Welle tragen, zerstören können. Erosion des Verdichterrades durch Ansaugstaub, Ermüdung der Turbinenschaufeln durch Vibrationen und Versiegelung der Dichtungen, die Öl in den Luftstrom eindringen lassen, stellen typische Verschleißmuster dar. Die Verzögerung zwischen Drosselöffnung und Ladedruck-Verfügbarkeit, bekannt als Turboloch, ließ viele Fahrer aufgeladene Motoren als weniger responsive im Vergleich zu Saugmotoren wahrnehmen, bis Ladeluftkühler und variable Geometrie dieses Merkmal erheblich reduzierten.
Heute dominiert die Turboaufladung Motordownsizing-Strategien in Serienfahrzeugen. Kleinere Hubraummotoren mit Turboladern erreichen oder übertreffen die Leistungsabgabe größerer Saugmotoren der Vorgängergeneration und reduzieren gleichzeitig den Kraftstoffverbrauch beim Fahren mit konstanter Geschwindigkeit. Dieselmotoren profitieren besonders von der Turbo-Technik; Motoren in Nutzfahrzeugen und Baumaschinen sind nahezu universell mit Turboladern ausgestattet, um Leistungsdichte und Emissionsanforderungen zu erfüllen. Die Begriffsabgrenzung zwischen Turbosupercharger und Turbolader spiegelt diese Vereinheitlichung wider: Während beide Begriffe dieselbe Technik beschreiben, ist nur letzterer in modernen Spezifikationen, Wartungshandbüchern und Leistungsdokumentationen aktuell.