Herunterschalten
Englisch: downshift
Das Schalten eines Getriebes in einen niedrigeren Gang, etwa bei stärkerer Belastung des Motors, wie beim Bergauffahren oder starkem Beschleunigen.
Herunterschalten: Wechsel in einen niedrigeren Gang für mehr Drehmoment
Herunterschalten ist der Vorgang, das Getriebe in einen niedrigeren Getriebegang zu schalten. Dies erhöht die Motordrehzahl relativ zur Fahrtgeschwindigkeit und liefert mehr Drehmoment an die Räder, allerdings auf Kosten eines höheren Kraftstoffverbrauchs und höherer Motorgeräusche. Der Schaltvorgang läuft entweder automatisch in einem Flüssigkeitsgetriebe ab oder erfolgt durch bewusstes Hebelbewegen bei Schaltgetrieben.
Bei automatischen Getrieben finden Herunterschaltungen ohne Fahrer-Input statt, wenn der Motor seinem Drehmomentmaximum nahekommt oder die Last ansteigt. Ein Fahrzeug, das eine steile Steigung erklimmt, kann vom vierten in den dritten Gang herunterschalten, wenn das Getriebe steigende Drosselklappenspannung oder fallende Fahrtgeschwindigkeit erfasst. Bei der Bergabfahrt auf der Autobahn kann ein Automatikgetriebe herunterschalten, um die Motorbremse zu nutzen und die Belastung der Betriebsbremsen zu reduzieren. Moderne Automatikgetriebe nutzen Motorsignale, Drosselklappenposition und Fahrtgeschwindigkeitssensoren, um zu entscheiden, wann ein Herunterschalten die Effizienz oder Fahrbarkeit verbessert.
Fahrer mit Schaltgetriebe schalten herunter, wenn die Motordrehzahl für den gewählten Gang zu niedrig wird und der Motor nicht mehr ausreichend Kraft hat, um die Geschwindigkeit zu halten. Durch das Loslassen des Gaspedals und Drücken der Kupplungspedals kann in einen niedrigeren Gang geschaltet werden. Erfahrene Fahrer geben während des Herunterschaltens einen kurzen Gashub ab, um die Motorndrehzahl mit der Raddrehzahl zu synchronisieren, wodurch der Schaltvorgang glatter wird und der Antriebsstrang weniger belastet wird. Schlechte Herunterschalttechnik führt zu Ruck, Reifenschlupf oder Getriebeschäden.
Verschleiß und Ausfallarten
Häufiges Herunterschalten beschleunigt den Verschleiß von Kupplungsbelägen, Synchronringringe und Zahnräder. Herunterschalten bei zu hoher Geschwindigkeit erzeugt plötzliche Lastspitzen, die Zahnräder reißen oder Schalthebel verbiegen können. Wiederholtes Motorbremsen beim Herunterschalten in bergigem Gelände führt zu Temperaturanstieg im Getriebeöl, was die Viskosität abbaut und den internen Verschleiß beschleunigt.
Der Begriff leitet sich von der Bewegungsrichtung des Schalthebels oder der Richtung der Getriebeuntersetzung ab: Der Schalthebel bewegt sich in der Gangfolge von höheren zu niedrigeren Übersetzungsverhältnissen nach unten. Im Renn- und Leistungsfahren sind Bremsgleiten und Herunterschalten verbundene Techniken; das Herunterschalten erfolgt zeitlich so, dass die Fahrzeugverzögerung mit der Drehmomentabgabe des niedrigeren Gangs übereinstimmt und Motor- und Fahrtgeschwindigkeit synchron bleiben.