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Kfz-Technik

TPI

Abkürzung für Transfer Port Injection.

TPI: Benzin wird direkt in die Ansaugkanäle eingespritzt

Transfer Port Injection (TPI) ist ein Kraftstoffeinspritzsystem, das Benzin direkt in die Ansaugkanäle eines Motors vor den Ansaugventilen einspritzt. Im Gegensatz zu Vergasern, die Kraftstoff im Ansaugkrümmer selbst zerstäuben, nutzt TPI Präzisionsinjektoren, die an oder neben jedem Kanal montiert sind, um den Kraftstoff elektronisch gesteuert zu dosieren. Das System liegt zwischen klassischer Vergasung und moderner Direkteinspritzung (DI), die Kraftstoff direkt in den Brennraum einspritzt.

TPI entstand in den 1980er Jahren, als Hersteller bessere Kaltstartleistung, sparsamere Fahrweise und Emissionskonformität ohne aufwendige Motorumgestaltung anstrebten. General Motors setzte TPI bei ihren Small-Block-V8- und V6-Motoren ausgiebig ein, darunter der 5,0L und 5,7L in Corvette und Camaro. Das System nutzt eine elektronische Steuereinheit (ECU), um Einspritzzeitpunkt und -dauer je nach Motordrehzahl, Ansaugkrümmerdruck, Kühlmitteltemperatur und Lambdasonden-Rückmeldung anzupassen. Die Injektoren arbeiten typischerweise mit 35 bis 45 psi, einem deutlich niedrigeren Druck als Direkteinspritzsysteme.

Häufige Ausfallarten und Kompromisse

TPI-Injektoren können sich nach längerer Lagerung oder bei minderwertiger Kraftstoffqualität mit Kraftstoffharz zusetzen und führen zu magerer Zündaussetzer und rauem Leerlauf. Der Kraftstoffrail und die Injektorendichtungen sind typische Leckagestellen, besonders dort, wo Messingfittings auf Aluminium-komponenten treffen; unterschiedliche thermische Ausdehnung über Jahrzehnte führt zu Korrosion an diesen Verbindungsstellen. Einige Tuner bevorzugen TPI gegenüber DI bei Saugmotoren, weil die Kühlwirkung des Kraftstoffsprays im Ansaugkanal die Zylinderfüllung verbessern und höhere Ladedruck bei aufgeladenen Anwendungen ermöglichen kann. Die Kraftstoffzerstäubung ist nie so fein wie bei DI, daher hinkt die Gemischqualität bei Teillast modernen Systemen leicht hinterher.

TPI nimmt eine spezifische Nische in modernen Motor-Umbauten und Restaurierungsarbeiten ein. Spezialisten statten oft vergaste Motoren aus den 1970ern und frühen 1980ern mit TPI-Systemen aus, um Zuverlässigkeit und Fahrbarkeit ohne kompletten Motoraustausch zu gewinnen. Der Name spiegelt den Einspritzort wider: Kraftstoff strömt durch Kanäle (nicht Zylinder) und der Begriff "Transfer" bezog sich historisch auf das Ansaugkanal-Design in Zweitaktern, bedeutet hier aber einfach den Durchgang, durch den Kraftstoff zum Zylinder gelangt.

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