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Bahntechnik

TPH

Abkürzung für Züge pro Stunde.

TPH: ein Maßstab für Gleiskapazität und Fahrplandichte

TPH steht für Züge pro Stunde und drückt aus, wie viele komplette Zugfahrten eine Bahnstrecke oder ein Streckenabschnitt in 60 Minuten bewältigen kann. Das ist ein praktisches Kapazitätsmaß, keine theoretische Obergrenze. Es spiegelt die tatsächliche Anzahl von Zugplätzen wider, die ein Fahrdienstleiter unter Berücksichtigung von Signalabständen, Verweilzeiten an Bahnhöfen, Gleiskapazität und Betriebsvorschriften des Netzes einplanen kann.

Eine eingleisige Nebenbahn könnte in der Spitzenzeit mit 4 oder 6 TPH betrieben werden. Ein stark belasteter städtischer Nahverkehrskorridor mit häufigen Halts kann 20, 30 TPH in jede Richtung erreichen. Hochgeschwindigkeitsstrecken fahren oft mit niedrigeren TPH-Werten (8, 12 in jede Richtung), weil längere Signalblöcke und höhere Geschwindigkeiten dazu führen, dass Züge länger auf dem Gleis stehen. Automatisierte städtische Leichtbahnsysteme können auf einem einzelnen Gleis über 40 TPH erreichen, weil Verweilzeiten minimal sind und die Zugfolge (der Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Zügen) auf 90 Sekunden oder weniger sinken kann.

TPH als Planungsgröße

Eisenbahnplaner nutzen TPH, um Infrastrukturanforderungen zu bestimmen. Falls eine Strecke 24 TPH benötigt, aber das aktuelle Signalsystem nur 16 TPH erlaubt, sind Aufrüstungen notwendig: moderne Stellwerkstechnik, kürzere Signalblöcke, zusätzliche Ausweichstellen oder in städtischen Bereichen der Wechsel zu beweglichem Block (CBTC). TPH bestimmt auch die Fahrzeugflottengröße; ein Fahrplan, der 18 TPH erfordert, benötigt ausreichend Wagenmaterial, um diese Frequenz unter Berücksichtigung von Wartung und Fahrerpausen aufrechtzuerhalten.

TPH unterscheidet sich von der Verkehrsfrequenz (Züge pro Stunde mit Fahrgästen), weil nicht alle Zugfahrten Geschäftsbetrieb sind. Güterzüge, die Personenstrecken nutzen, Leerfahrten und Rangierfahrten verbrauchen ebenfalls TPH-Kapazität. Ein Netz, das 8 Züge pro Stunde für Fahrgäste bewirbt, benötigt möglicherweise tatsächlich 12 TPH Kapazität für Umlauffahrten, Wartungszugang und Güterverkehr.

Der Begriff findet sich in Fahrplänen, Trassen-Dokumenten und Betriebsmitteilungen der Bahn. Er ist eine festgelegte Größe, mit der Regulatoren und Betreiber definieren, was eine Strecke leisten kann, nicht was sie leisten soll. Auf den meisten Netzen gilt es als hervorragende Betriebsleistung, 90 Prozent der theoretischen TPH zu erreichen und zu halten.

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