Schienenbremse
Englisch: track brake
Eine Magnetbremse an einem Schienenfahrzeug, die gegen eine Schiene gedrückt wird.
Schienenbremse: Magnetbelag, der die Schiene selbst erfasst
Eine Schienenbremse ist eine elektromagnetische oder Permanentmagnet-Vorrichtung, die auf einem Schienenfahrzeug montiert ist und direkt auf der Lauffläche anklemmt, um Reibung zu erzeugen und den Zug zu verlangsamen oder zu stoppen. Anders als Radbremsen, die auf den Rädern selbst wirken, greifen Schienenbremsen die Schiene als Reibfläche und verteilen die Bremskraft auf eine größere Fläche, wodurch der Verschleiß der Laufflächen verringert wird. Die Bremse besteht aus einer Magnetbaugruppe in einem Rahmen mit einem Reibbelag oder einer Sohle, die gegen die Oberseite oder Seitenfläche der Schiene drückt, wenn sie aktiviert wird oder wenn das Druckluftsystem versagt.
Schienenbremsen gibt es in verschiedenen Ausführungen je nach Fahrzeugtyp und Einsatzzweck. Bei Güterlokomotiven und schweren Elektrozügen unterstützen sie oft Druckluftbremsen für zusätzliche Bremsleistung auf Gefällen oder in Notfällen. Permanentmagnet-Schienenbremsen greifen passiv und benötigen Energie zum Lösen, was bei geparkten Fahrzeugen ausfallsicher ist. Elektromagnete benötigen ständige Energie zum Halten und geben automatisch frei, wenn die Stromversorgung ausfällt, ein entscheidender Sicherheitsunterschied. Die Reibbeläge bestehen typischerweise aus Gusseisen oder Sinterwerkstoff und werden wegen ihrer gleichmäßigen Reibbeiwerte unter verschiedenen Schienenzuständen und Geschwindigkeiten gewählt.
Der eigentliche Vorteil zeigt sich bei speziellen Einsätzen. Bergbau, Steinbrüche und Steilstrecken-Eisenbahnen in Gebirgsregionen verlassen sich auf Schienenbremsen, um wiederholtes starkes Bremsen ohne Überhitzung von Rädern und Bremstrommeln zu bewältigen. Bei langen Gefällestrecken können Radbremsen allein durch Wärmebelastung ermatten; Schienenbremsen verteilen die thermische Last auf die gesamte Schiene. Schwerlast-Operationen nutzen sie auch, um Zugschleich auf Neigungen beim Abstellen zu verhindern und ersparen sich damit, jede Güterwagen an jedem Halt mit Handbremsen zu sichern.
Wartungsprobleme konzentrieren sich auf die Schienenkontaktqualität und Magnetleistung. Rost, Laub, Öl oder Wasser auf der Schienenfläche können verhindern, dass der Magnet richtig sitzt und führen zu unvollständigem Bremsen. Die Reibbeläge verschleißen stetig und müssen regelmäßig ausgetauscht werden; verschlissene Beläge reduzieren die Bremsleistung und können den Magneten direkt auf die Schiene schlagen lassen, was beide beschädigt. Auf stark befahrenen Strecken sind regelmäßige Schienenreinigung und periodische Magnetkraft-Tests Routine. Elektrische Anschlüsse zum Magneten müssen vor Feuchtigkeit und Vibrationen geschützt sein.
Der Begriff Schienenbremse unterscheidet sie klar von Radbremsen, Federbremsen und Reibbremsen, die auf den Rädern wirken. In der europäischen Eisenbahnpraxis wird sie manchmal Schienenbremse oder Flachbremse genannt. Die Vorrichtung gehört zu einer breiten Familie von Zusatzbremssystemen neben Nutzbremsen (elektrisch) und Retardern (hydraulisch), die alle dazu dienen, Rad- und Trommelverschleiß auf Strecken zu bewahren, wo herkömmliche Druckluftbremsen allein zu häufig arbeiten würden oder gefährliche Wärmemengen freisetzen würden.