Spurweite
Englisch: track gauge
Der festgelegte Abstand zwischen den Schienen einer Eisenbahn.
Spurweite: der Abstand zwischen deinen Schienen
Die Spurweite ist der senkrechte Abstand zwischen den inneren Kanten der beiden Schienen, die eine Bahnstrecke bilden. Diese Messung wird an der Oberseite des Schienenkopfes vorgenommen und bleibt über die gesamte Streckenlänge konstant. Sie bestimmt die Kompatibilität: Rollmaterial (Lokomotiven, Waggons, Güterwagen), das für eine Spurweite gebaut ist, kann auf Gleisen mit abweichender Spurweite ohne Umbauten oder Zusatzräder nicht betrieben werden.
Die weltweit häufigste Spurweite ist die Normalspur mit 1.435 Millimetern (4 Fuß 8,5 Zoll). Diese Abmessung stammt aus frühen englischen Eisenbahnen und ist in Nordamerika, Europa und großen Teilen Asiens zum Standard geworden. Allerdings nutzen viele Regionen Schmalspuren: 1.000 Millimeter (Meterspur) ist in Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas verbreitet; 1.067 Millimeter (3 Fuß 6 Zoll) wird in Japan, Südafrika und Australien verwendet. Breitspur, breiter als Normalspur, gibt es in Russland (1.520 mm) und Indien (1.676 mm). Einige Museumsbahnen und Spezialstrecken fahren mit Spurweiten von 600 Millimetern oder noch weniger.
Warum Spurweite in der Praxis wichtig ist
Spurweite ist grundlegend für die Infrastrukturplanung und Beschaffung. Sie bestimmt die Kosten und Art des Rollmaterials, die Konstruktion von Brücken und Tunneln sowie die Betriebskompatibilität verbundener Strecken. Abweichende Spurweiten zwischen benachbarten Bahnsystemen erforderten früher, dass Züge hielten, um Räder zu wechseln oder Ladung umzuladen, was zu Betriebsstörungen führte. Moderne Hochgeschwindigkeits- und Schwerlastbahnen halten strenge Spurweitentoleranzen ein, da bereits Abweichungen von 5 bis 10 Millimetern zu Entgleisungsrisiken, erhöhten Wartungskosten oder Betriebsbeschränkungen führen können.
Spurweite wird beim Gleisbau und bei der Erneuerung festgelegt und gewartet. Die Spurkontrolle erfolgt mit Spurlehren oder digitalen Schieblehren in regelmäßigen Abständen entlang der Strecke. Verschlissene oder korrodierte Schienen, Frostaufbruch und ungleichmäßige Setzung des Schotters können die Spurweite aus der Spezifikation bringen. Wartungsteams korrigieren diese Abweichungen durch Anpassung der Schienenbefestigung oder Verdichtung des Schotters. Historische Spurweitenwechsel sind selten und äußerst kostspielig. Daher bleibt die gewählte Spurweite in der Regel über die gesamte Betriebsdauer einer Bahn bestehen.