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Bahntechnik

Fahrkartenlochstreifen

Englisch: trip slip

Papierstreifen, auf dem ein Schaffner ein Loch stanzen muss, wenn eine Fahrkarte entnommen wird.

Fahrtschein: Schaffnerkontrollzettel auf Papierrolle

Ein Fahrtschein ist ein Papierstreifen, typischerweise 5 bis 8 cm breit und 15 bis 20 cm lang, der im Nahverkehr und auf Straßenbahnen verwendet wurde, um einzelne eingezogene Fahrgelder zu erfassen. Der Schaffner stach oder markierte den Zettel jedes Mal, wenn ein Fahrgast einstieg und zahlte, wodurch eine physische Zählung entstand, die gleichzeitig als Quittung und Kontrollnachweis diente. Der Zettel begleitete den Schaffner oder wurde am Ende einer Schicht zur Abrechnung gegen das eingezogene Bargeld eingereicht.

Das Lochgerät für Fahrtscheine war üblicherweise ein kleines manuelles Werkzeug, oft mit nummerierten oder farbigen Positionen entsprechend Tarifzonen, Fahrkartenarten oder Fahrgastkategorien. Ein Schaffner auf einer frequentierten Stadtlinie einer Straßenbahn oder S-Bahn konnte pro Schicht Dutzende Zettel lochen. Die Lochmarken waren bewusst einfach und manipulationssicher gestaltet, ihre Wirksamkeit hing aber von ehrlichem Gebrauch ab. Manche Zettel hatten aufgedruckte Anweisungen oder Zonenpläne, andere waren blanker Standard.

Varianten und Übergang zur Veraltung

Varianten umfassten Zettel mit vorgedruckten Tarifcodes, Zettel mit mehreren Spalten für verschiedene Fahrzeugklassen oder Tageszeiten und Zettel, die abgerissen werden konnten, sodass jeder Fahrgast einen kleinen Beleg erhielt. Straßenbahnbetriebe in Nordamerika und Europa nutzten sie intensiv vom frühen 20. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre. Als Busse die Straßenbahnen ersetzten und automatisierte Fahrkartensy­steme aufkamen, wurden Fahrtscheine weniger gebräuchlich, doch einige Verkehrsbetriebe behielten sie bis in die 1970er und 1980er Jahre als Backup oder Kontrollmethode bei.

Der Hauptvorteil des Fahrtscheins war mechanische Einfachheit und niedrige Kosten. Kein Strom, keine Maschinen, keine Datenübertragung: ein Schaffner mit Lochgerät und einem Zettelblock konnte Fahrgelder genau genug erfassen, um sie täglich im Depot abzurechnen. Die Nachteile waren erheblich, sobald die Fahrgastzahlen stiegen: manuelles Zählen war langsam und fehleranfällig, Zettel konnten verlorengehen oder absichtlich verfälscht werden, und es gab keine Echtzeitsicht auf Fahrgastzahlen oder Einnahmen.

Fahrtscheine stehen an der Grenze zwischen mechanischer Fahrkartenerfassung und elektronischer Ticketierung. Sie verkörpern die Standard­praxis des städtischen Nahverkehrs des Mitteljahrhunderts, als Schaffner oder Fahrer Bargeld verwalteten und Verantwortung auf tägl­iche Kontrollen und menschliche Integrität ankam. Moderne Fahrkarten, RFID-Systeme und mobiles Ticketing haben sie in den meisten Betrieben vollständig ersetzt, weshalb Fahrtschein-Verweise heute vor allem historische Kuriositäten in Archiven und Bedienungsanleitungen von Verkehrsbetrieben darstellen.

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