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Bahntechnik

A3

A3-Klasse, eine Baureihe von Dampflokomotiven der London and North Eastern Railway.

A3: Stromlinienförmige Pacific der LNER für die East Coast Main Line

Die A3 ist eine Klasse von dreizylindrischen Pacific-Dampflokomotiven, die ab 1928 bei der London and North Eastern Railway im Einsatz waren. Diese Maschinen wurden speziell für Hochgeschwindigkeitsfahrten im Personenverkehr auf der East Coast Main Line zwischen London King's Cross und Edinburgh gebaut, wo sie regelmäßig Schnellzüge mit anhaltenden Geschwindigkeiten von 80 bis 90 mph beförderten. Die Klasse umfasste 79 Lokomotiven und zählte zu den bekanntesten und leistungsfähigsten Dampflokomotiven der Zwischenkriegszeit.

Jede A3 wog im Betriebszustand 207 Tonnen und entwickelte 2.496 PS. Der Kessel arbeitete mit 220 psi und speiste drei Zylinder mit je 19 Zoll Durchmesser und 26 Zoll Hub. Der Treibraddurchmesser betrug 80 Zoll und war so gewählt, dass er Anfahrt und Dauergeschwindigkeit optimal ausglich. Das A3-Fahrgestell erstreckte sich über mehr als 70 Fuß vom Rauchrohrkopf bis zur Rückseite des Tenders, der neun Tonnen Kohle und 5.000 Gallonen Wasser fassen konnte.

Die Klasse stammte direkt von Sir Nigel Gresleys früherer A1 Pacific ab, die 1923 eingeführt wurde. Die A3 brachte Verbesserungen an Kesselauslegung und Abgasanlage der A1 mit, die Leistung erhöhten und Wartung reduzierten. Einige A1-Lokomotiven wurden später auf A3-Standard umgebaut, wobei die Unterscheidung für Ingenieure und Betriebspersonal wichtig blieb. Beide Klassen trugen Gresleys charakteristische Konjugated Valve Gear, die den Mittlezylinder über ein System von Schwinghebeln antrieb, die mit den Außenzylindern verbunden waren, und so separate Steuerungsgetriebe überflüssig machte.

Betrieb und Niedergang

A3-Lokomotiven waren in Depots bei King's Cross, Edinburgh und anderen großen Betriebsstellen stationiert, wo Kohlequalität und Infrastruktur ihren Betrieb ermöglichten. Kohlequalität spielte eine erhebliche Rolle: minderwertiger Brennstoff erhöhte Kesselablagerungen und senkte die Dampfentwicklung, was Besatzungen zwang, härter zu arbeiten und niedrigere Geschwindigkeiten zu fahren. Die Klasse war besonders für Langstreckenfahrten geeignet, wo ihre anhaltende Leistung sich auszahlte, aber unwirtschaftlicher als kleinere Maschinen für Mischverkehr oder Nahverkehrsdienste.

Die letzte A3 wurde 1966 außer Dienst gestellt, als Diesel- und Elektrotraktion Dampf verdrängten. Eine Lokomotive, Nummer 4472 Flying Scotsman, blieb erhalten und ist die einzige noch existierende A3. Sie hat historische Bedeutung als erste Dampflokomotive, die 100 mph im kommerziellen Betrieb überschritt, obwohl diese Leistung bei einer Testfahrt und nicht im Regelverkehr erreicht wurde. Für zeitgenössische Eisenbahner und Ingenieure verkörperte die A3 den Höhepunkt der britischen Dampflokomotivtechnik und das Ende einer Ära.

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