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Bahntechnik

Tripper

Englisch: tripcock

eine an Zügen angebrachte Sicherheitsvorrichtung, die mit einer streckenseitigen Vorrichtung zusammenwirkt und den Zug automatisch stoppt, wenn er ein auf Rot stehendes Signal passiert

Tripcock: Streckenseitiger Bremsauslöser bei Signalvorbeifahrt

Ein Tripcock ist ein schwenkbarer Hebel unter einer Lokomotive oder einem Zug, der mit einer entsprechenden streckenseitigen Vorrichtung zusammenwirkt und automatisch die Bremsen betätigt, wenn der Zug an einem Rotlichtsignal vorbeifährt. Die streckenseitige Komponente, Treadle oder Rampe genannt, sitzt zwischen den Schienen und hebt den Tripcock-Hebel an, während der Zug über sie fährt. Wenn das Signal vor dem Zug auf Halt steht, betätigt der Tripcock-Mechanismus das Bremsventil des Zuges und erzwingt eine Bremsanwendung unabhängig vom Fahrerhandeln.

Das System gibt es in zwei Hauptausführungen. Der ältere mechanische Tripcock arbeitet mit direkter mechanischer Verbindung: Die streckenseitige Treadle hebt den Tripcock-Hebel physisch an, der eine Sperrklinke am Bremsventil der Lokomotive auslöst. Der modernere pneumatische Tripcock nutzt Luftdruck aus der streckenseitigen Vorrichtung, um die Bremsen auszulösen, sodass das System auch dann funktioniert, wenn die streckenseitige Vorrichtung durch Schmutz oder Eis leicht verschmutzt ist. Beide Typen sind noch immer auf Museumsbahnen und einigen nationalen Eisenbahnnetzen im Einsatz.

Anordnung und Integration

Der Tripcock-Hebel hängt etwa 150 bis 200 Millimeter unter dem Rahmen und ist so positioniert, dass er die Treadle normalerweise freigeben lässt, aber bei zentriertem Zug auf dem Gleis vollständig damit zusammenwirkt. Die streckenseitige Treadle sitzt in der Gleismitte und muss so eingestellt sein, dass sie durch die schwersten Züge ausgelöst wird, aber leicht genug ist, um auch bei leeren Güterwagen zuverlässig zu funktionieren. Auf älteren Strecken sind mehrere Treadles im Abstand der Signale angeordnet, sodass ein Zug, der an einem Rotlichtsignal vorbeifährt, die entsprechende Treadle innerhalb weniger Zuglängen antrifft.

Die Ausfallmodi sind gut verstanden. Ein verschlissener oder lockerer Tripcock-Hebel kann die Treadle nicht erfassen und setzt damit die gesamte Sicherheitsfunktion außer Kraft. Umgekehrt kann eine mit Schotter verstopfte oder gefrorene Treadle den Tripcock blockieren und zu unbeabsichtigten Bremsanwendungen führen. Moderne Eisenbahnen bevorzugen kontinuierliche Führerstandsignalisierungssysteme gegenüber Tripcocks, da sie Verschleiß vermeiden und nicht von exakter Gleisgeometrie abhängen. Aber Tripcocks sind auf vielen Museumsbahnen gesetzlich vorgeschrieben und bleiben auf Teilen des britischen Netzes und mehreren europäischen Eisenbahnen in Betrieb.

Der Name leitet sich vom Verb "to trip" ab, was "plötzlich auslösen" bedeutet. Die Vorrichtung stammt aus der viktorianischen Eisenbahnpraxis als mechanische Sicherung gegen menschliche Fahrerfehlentscheidungen und ist eines der ältesten, noch regelmäßig eingesetzten automatischen Bremssysteme. Ihre Prinzipien beeinflussten die spätere Entwicklung von Automatischen Zugsicherungssystemen (ATP), wobei der Tripcock rein eine Strafvorrichtung ist, keine Informationsvorrichtung.

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