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Fertigung

Abnäher

Englisch: tuck

Eine von Ende zu Ende genähte Falte im Stoff, um die Gesamtabmessung des Stoffstücks zu verringern.

Saum: eine genähte Falte, die die Garmentenbreite reduziert

Ein Saum ist eine Stofffalte, die über die gesamte Länge oder Breite eines Garmentteils verläuft und über seine ganze Länge genäht wird, um sie dauerhaft an Ort und Stelle zu halten. Anders als ein Abnäher, der spitz zuläuft, verläuft ein Saum parallel und behält von Ende zu Ende eine gleichmäßige Breite bei. Die Naht sitzt normalerweise 3 bis 10 Millimeter von der Faltkante entfernt, je nach Garmentdesign und beabsichtigter visueller Wirkung. Säume reduzieren die Gesamtabmessungen eines Stoffstücks und schaffen gleichzeitig kontrollierte, bewusst gesetzte Stillinien.

Säume erfüllen sowohl funktionale als auch ästhetische Aufgaben in der Garmentherstellung. Funktional entfernen sie überschüssigen Stoff an Taille, Hüfte oder Brust, ohne Masse an den Nähten zu schaffen. Ästhetisch erzeugen sie vertikale oder horizontale Linien, die den Blick lenken, fügen Textur durch parallele Grate hinzu und signalisieren bewusstes Design statt schlechter Passform. Eine Damenblusen könnte drei oder vier vertikale Säume vorn haben; ein Rock könnte horizontale Säume an der Taille verwenden, um die Fülle über der Hüfte zu kontrollieren.

Häufige Saum-Varianten und Platzierung

Piping-Säume sind schmal, normalerweise 2 bis 4 Millimeter breit, und erscheinen oft mehrfach auf leichten Stoffen wie Baumwollvoile oder Leinen. Umgekehrte Säume falten aufeinander zu und erzeugen eine Tal-Effekt auf der Oberseite des Kleidungsstücks. Freigabe-Säume werden nur teilweise über die Garmente genäht, was der Falte ermöglicht, unterhalb der Nahtlinie freizugeben und in Fülle zu öffnen, häufig in Röcken und Kleidern. Säume werden normalerweise nach dem Nähen flach gepresst, um die Falte zu verschärfen, und die Naht muss perfekt gerade sein; schiefe Säume untergraben das professionelle Aussehen und sind schwierig zu korrigieren, ohne neu zu nähen.

Der Begriff Saum leitet sich wahrscheinlich vom Verb ab, das bedeutet zu falten oder einzuschieben, und unterscheidet sich von Falten, die geknickt aber nicht über die gesamte Länge genäht werden, oder von Raffungen, die Stoff bauschen statt ihn ordentlich zu falten. Im Schneider- und Damenschneiderei-Handwerk wird die Saum-Platzierung auf Schnittmusterteile aufgetragen, bevor zugeschnitten wird; die Schneiderin muss die Saumtiefe bei der Größenabstufung von Schnittmustern berücksichtigen, da ein Saum von 15 Millimetern in Größe M proportional unterschiedlich auf Größe L oder S wirkt.

Säume funktionieren am zuverlässigsten auf Naturfasern mit stabiler Webestruktur, besonders Baumwolle, Leinen und Wollmischungen. Synthetische Dehnungsstoffe können Dellen oder Verformungen um die genähte Falte erzeugen, da der Stoff sich dagegen wehrt, in der permanenten Falte gehalten zu werden. Bei Garanten für häufiges Waschen muss die Saumnaht an Belastungspunkten verstärkt werden und die Fadenauswahl muss zu den Pflegeanforderungen des Stoffs passen; ein Saum, der mit Polyesterfaden auf einem 100 Prozent Baumwoll-Kleidungsstück genäht wird, reißt, wenn die Baumwolle beim Waschen einläuft.

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