Schachtausbau
Englisch: tubbing
Eine Auskleidung aus Holz oder Metall um einen Minenschacht herum, die wasserdicht ist und den sicheren Durchbruch durch Treibsand, Wasser und ähnliches ermöglicht. Sie kann aus verschiedenen Materialien wie Holz, Beton oder Gusseisen hergestellt werden.
Tubbing: wasserdichte Schachtauskleidung in instabilem Untergrund
Tubbing ist eine zylindrische Auskleidung, die in einen Minenschacht eingebaut wird, um eine wasserdichte Barriere zu schaffen, wenn man durch Wasser, Treibsand, Ton oder andere instabile Schichten abteuft. Das Tubbing selbst trägt das Gewicht des überlagernden Materials und widersteht dem Druck von Wasser und nicht verfestigtem Boden, sodass Bergleute sicher im Schacht darunter arbeiten können. Ohne Tubbing würde Wasser den Schacht überfluten oder lockeres Material würde nach innen kollabieren, was tiefere Bergbauarbeiten unmöglich machen würde.
Traditionelles Tubbing verwendete Holzstäbe, die wie Fassdauben zusammengefügt und mit Eisenreifen gebunden wurden, typischerweise 12 bis 18 Zoll breit. Diese Holzauskleidung wurde oft während des Abteufens nach unten getrieben und senkte sich unter ihrem Eigengewicht oder mit Hilfe von Ballast. Gusseisernes Tubbing wurde im neunzehnten Jahrhundert üblich und bot überlegene Haltbarkeit und Wasserdichtheit. Moderne Schächte verwenden manchmal verstärkte Betonringe oder verschraubte Stahlblechsegmente. Die Wahl hängt von Schachtdurchmesser, Tiefe, Wasserdruck und erwarteter Lebensdauer ab.
Einbau und Betrieb
Tubbing wird in Segmenten eingebaut, während der Schacht tiefer abgeteuft wird. Wenn der Schacht eine bestimmte Tiefe erreicht, wird das nächste Segment eingesenkt und mit dem darüber liegenden Segment versiegelt oder verbunden. Bei Holztubbing wird die Fuge mit Werg und Blei oder Pech abgedichtet. Gusseiserne Tubbingsegmente sitzen oft auf einem Beton- oder Holzkragen und werden mit Bleiwolle, die mit einem Dichtungswerkzeug in die Fuge getrieben wird, abgedichtet. Während der Schacht weiter abgeteuft wird, pressen Gewicht und hydrostatischer Druck das Tubbing fest in den Boden, was die Abdichtung unterstützt.
Ausfälle von Tubbing entstehen, wenn Fugen durch ungleichmäßiges Setzen aufgehen, wenn Material nach Jahrzehnten im Betrieb verwittert, oder wenn die Auskleidung durch Bodenbewegungen rissig wird. Wasserdurchsickerung deutet auf Fugenschäden hin und muss schnell behoben werden, um Schachtüberflutung zu verhindern. Die Überprüfung erfordert den Einstieg in den Schacht und eine genaue Untersuchung aller Fugen, eine gefährliche Arbeit, die nur von geschultem Personal durchgeführt wird.
Der Begriff leitet sich von der Ähnlichkeit mit einer Wanne oder einem Fass ab. Bergbauingenieure unterscheiden Tubbing von Ausbau, das ist provisorische Holzverstrebung, die dicht beieinander getrieben wird ohne Abdichtung; Tubbing ist dauerhaft, wasserdicht und ein wesentlicher Teil der Schachtstabilität. Tubbing bleibt unverzichtbar bei jeder Tiefabteufung in nassem oder instabilem Untergrund, und viele historische Minenschächte sind immer noch auf gusseisernes oder Holztubbing aus dem neunzehnten Jahrhundert angewiesen, um trocken und sicher zu bleiben.