Englisch: twitter
Knoten oder sonstiger Fadenfehler in Garn oder Zwirn, der das Spinnen oder Weben behindert.
Twitter: ein Knoten, der den Faden sofort stoppt
In Textilbetrieben ist ein Twitter ein fester Knoten oder eine unregelmäßige Verdickung in Rohgarn oder Faden, die das Durchlaufen durch Spindeln, Webstühle oder Fertigungsmaschinen behindert. Wenn ein Twitter auf ein Litzenauge, eine Blattkante oder eine Spindel trifft, bleibt er hängen und stoppt den Faden. Der Maschinenführer muss die Maschine anhalten, den Fehler suchen und oft die beschädigte Stelle ausschneiden und wieder verbinden. Auch kleine Twitterungen, die für das Auge kaum sichtbar sind, können die Produktion unverhofft zum Stillstand bringen.
Twitterungen entstehen an mehreren Stellen in der Verarbeitungskette vom Rohstoff zum Gewebe. Gekämmte oder gekämmte Fasern können verklumpen, wenn vor dem Spinnen Feuchte, statische Aufladung oder unsachgemäße Mischung auftritt. Rohbaumwolle, Wolle oder synthetische Kurzfasern können Pflanzenteile, Samenfragmente oder Verarbeitungsreste mit sich führen, die sich beim Drehen zu Knoten verbinden. Beim Ringspinnen führen Spannungsspitzen oder ein Spindelwackeln manchmal dazu, dass sich das Garn selbst zurückfaltet und fest verknotet. Ein Twitter in locker gedrehtem Garn ist leichter zu erkennen und zu entfernen als einer, der in einer fest aufgewickelten Rolle oder Spule versteckt ist.
Der Ursprung des Begriffs spiegelt die Fabriksprache wider: twitter bedeutet verdrehen oder verwickeln, abgeleitet von der Ruckbewegung, die ein Faden macht, wenn er plötzlich hängenbleibt. Maschinenführer würden eine fehlerhafte Stelle auftwittern oder das Garn twittern, um einen Knoten zu lockern. Der Name setzte sich in britischen und europäischen Spinnereien bis ins zwanzigste Jahrhundert durch, obwohl elektronische und mechanische Qualitätskontrollsysteme die manuelle Kontrolle seitdem reduziert haben.
Twitterungen verursachen echte Kosten: Jeder Stillstand reduziert die Spindelstunden, jede Verbindung schafft eine schwache Stelle, die später reißen kann, und jede Fehlersuche kostet Arbeitszeit. Betriebe investierten in bessere Kardendichte, Feuchtereglung und Fasertrennungsgeräte, um Twitterungen zu vermindern. Hochgeschwindigkeitsrahmen konnten sie überhaupt nicht tolerieren. Daher wurden Vorgarne und Fäden, die für schnelle Maschinen bestimmt waren, sorgfältiger geprüft oder vor dem Spinnen durch Feinheitsklassiergeräte geleitet.
In der modernen Sprachpraxis ist twitter fast veraltet und wurde durch Neps (Faseraggregate), Slubs (Dickstellen) und Verschmutzung als Fachbegriffe ersetzt. Das Wort bleibt jedoch in alten Fabrikhandbüchern und unter erfahrenen Spinnern und Webern erhalten, wo es jene spezifische Störquelle beschreibt: eine lokale harte Stelle, die nicht glatt ausspinnt und nicht durch den Webstuhl gleitet.