untergesponnen
Englisch: underspun
Zu leicht oder locker versponnenes Garn.
Untergezwirnt: Garn mit unzureichender Drehung
Untergezwirntes Garn hat weniger Drehungen pro Zoll (TPI) erhalten, als die Vorgabe vorschreibt, sodass die Fasern entlang der Garnlänge unzureichend gebunden sind. Dies erzeugt ein mechanisch schwaches Garn, das während des Webens oder Strickens leicht reißt und während der Gewebebildung zum Faserauswurf neigt. Das Problem zeigt sich sofort am Webstuhl oder Strickrahmen durch häufige Fadenbrüche und höhere Ausschussquoten.
Die Drehung ist die grundlegende Eigenschaft, die lose Fasern in nutzbares Garn umwandelt. Beim Spinnen werden Fasern auf die erforderliche Liniengewicht ausgezogen und gleichzeitig um ihre eigene Achse gedreht; diese Rotation erzeugt die Drehung. Ein Garn ist untergezwirnt, wenn die Anzahl der Umdrehungen unter dem Sollwert liegt, typischerweise definiert in Drehungen pro Zoll oder in metrischen Systemen in Drehungen pro Meter. Der Schweregrad reicht von leicht zu gering, was möglicherweise nur unter Belastung Probleme verursacht, bis extrem gering, wo das Garn in Ruhe kaum zusammenhält.
Untergezwirntes Garn entsteht durch Funktionsstörungen der Spinnmaschine oder Bedienerfehler: ein verschlissenes oder rutschendes Spindellager, falsche Maschinengeschwindigkeit oder ein zu niedrig eingestellter Drehzughebel. Die zuverlässigste Erkennung erfolgt mit einem Drehzugprüfer, der eine Garnprobe aufzwirnt und die tatsächliche TPI misst; Sichtprüfung kann schwere Fälle erfassen, wo das Garn flaumig wirkt oder sichtbare Fasertrennung zeigt. Mikroskopische Untersuchung zeigt Fasern, die in einem flachen Winkel liegen, statt eng schraubenförmig um den Garnkern herum zu verlaufen.
Der Name spiegelt die einfache mechanische Realität wider: das Garn hat weniger Spinnen erhalten als erforderlich. In der breiteren Produktionskette ist untergezwirntes Garn ein Qualitätsmangel, der sich in den nachfolgenden Prozessen verschärft; ein Weber kann unzureichende Drehung nicht korrigieren, sondern nur langsamere Produktion oder höhere Bruchquoten akzeptieren. Die Beziehung zwischen Drehung und Garneigenschaften ist nicht linear: mäßige Unterverdrängung kann die Reißfestigkeit um 10 bis 20 Prozent verringern, während schwere Unterverdrängung sie halbieren kann.