WYIB
Englisch: wyib
Abkürzung für with yarn in back; Garnposition beim Stricken.
WYIB: Weben mit dem Garn hinter der Nadel positioniert
Beim Handstricken und Maschinenstricken bedeutet WYIB, dass Sie das Arbeitsgarn während der Arbeit auf der Rückseite Ihrer Nadeln halten. Das ist das Gegenteil von WYIF (Garn vorne). Die Position des Garns bestimmt, welche Seite des Gewebes die Garnschleife erhält, und beeinflusst das Aussehen der entstehenden Masche.
WYIB wird hauptsächlich in Farbarbeiten, Slip-Stitch-Mustern und strukturierten Maschen verwendet, wenn Sie Garn über mehrere Reihen führen möchten, ohne es in jede Masche einzuarbeiten. Wenn Sie eine Masche WYIB abheben, läuft das Garn hinter dieser Masche auf der Rückseite des Gewebes, wodurch die Vorderseite sauber bleibt. Diese Technik verhindert, dass Fäden auf der Sichtseite des Kleidungsstücks zu sehen sind.
Beim Maschinenstricken auf Flachbettmaschinen ist WYIB besonders wichtig für Stranding und Jacquard-Arbeiten. Der Garnführer muss so positioniert sein, dass er das Garn hinter dem Nadeltor zuführt. Die Spannungskontrolle wird hier entscheidend: Zu locker gehaltenes Garn erzeugt lockere Schleifen auf der Rückseite; zu straff und es verformt die Masche oder reißt während des Strickzyklus. Maschinenführer überwachen die Garnposition sorgfältig, denn ein WYIB-Garn, das nach vorne wandert, verändert das Muster sichtbar.
Handstrickerinnen und Handstricker treffen WYIB häufig in Farbwork-Diagrammen und Lochmuster-Anleitungen an. Die Abkürzung erscheint neben einem Abheb-Symbol, um zu verdeutlichen, welche Richtung das Garn nehmen sollte. Viele Stricker verwechseln WYIB anfangs mit WYIF, da sich die Begriffe auf die Perspektive des Stickers beziehen und nicht auf absolute Richtungen. Diese Verwechslung führt häufig zu Reihen, in denen Musterfarben oder Strukturen invertiert sind.
Das Kürzel setzt Nadeln voraus, die horizontal ausgerichtet sind, mit einer definierten Vorder- und Rückseite. Beim Zirkelstricken auf Nadelspiele oder Rundstricknadeln bedeutet WYIB immer noch, dass das Garn auf der Innenseite (Rückseite) der arbeitenden Schlinge sitzt. Produktionsmühlen verwenden WYIB-Terminologie in Musterangaben, um sicherzustellen, dass alle Operatoren das Garn identisch positionieren und so Konsistenz über einen Produktionslauf aufrechterhalten, bei dem Farbplatzierung und Maschenschärfe davon abhängen.