Unterglasur
Englisch: underslip
eine unter einer anderen Schicht liegende Glasurschicht
Unterglasur: eine Grundschicht, die der Glasur Halt gibt
In der Keramikherstellung ist eine Unterglasur eine dünne Schicht aus flüssigem Tonschlicker, die vor dem Aufbringen der endgültigen Glasurschicht auf die Oberfläche eines Werkstücks aufgetragen wird. Sie dient als Haftungsschicht und hilft der Glasur, sicher am Keramikkörper zu haften. Dadurch wird Kriechbildung verhindert, bei der sich die Glasur zu Kügelchen zusammenzieht und nackte Stellen hinterlässt. Die Unterglasur ist in der Regel dünner und flüssiger als ein dekorativer Schlicker und füllt die poröse Oberfläche von Schrühware auf, wodurch ein gleichmäßigerer Untergrund entsteht, an dem die Glasur besser haftet.
Die Zusammensetzung einer Unterglasur unterscheidet sich sowohl vom Körper als auch von der Glasur. Sie wird üblicherweise aus Ton mit spezifischer Dichte und Plastizität formuliert, der ohne Risse trocknet und dabei genügend Fließfähigkeit behält, um gleichmäßig durch Tauchen, Spritzen oder Streichen aufgetragen zu werden. Typische Unterglasuren für Steinzeug oder Steingut enthalten Kugelton und Kaolin in Anteilen, die Haftung und Trocknungsgeschwindigkeit ausgleichen. Die aufgetragene Schichtdicke liegt normalerweise zwischen 0,5 und 1,5 Millimetern; zu viel führt zu Kriechbildung, zu wenig löst Haftungsprobleme nicht.
Warum Unterglasuren in der Produktion wichtig sind
Glasuren und Keramikkörper schrumpfen beim Abkühlen unterschiedlich stark. Wenn die Glasur auf einer trockenen, porösen Schrühoberfläche direkt aufgetragen wird, kann sich die Glasurschicht während des abschließenden Brandes ablösen. Eine Unterglasur vermindert diesen Unterschied, indem sie eine Schicht mit mittlerer Porenstruktur und Schwindverhalten bietet. Dies ist besonders wichtig bei senkrechten Flächen und bei Werkstücken mit dicker Glasurauftragung oder wenn die Glasurzusammensetzung hohes Schwindverhalten aufweist.
Unterglasuren sind nicht dasselbe wie Engobe, die vor dem Schrühen zu dekorativen Zwecken oder beim Schlickerguss aufgetragen wird. Eine Unterglasur wird auf nackte Schrühware aufgetragen und bleibt während des gesamten Brandes unter der Glasur. Sie unterscheiden sich auch von Glasurverdickern oder Deflokkulation mitteln, die der Glasur selbst beigemischt werden; Unterglasuren sind eine separate Schicht mit eigenem Rezept und eigenem Zweck. Bei Tafelgeschirr und Sanitärkeramik verwenden Hersteller oft eigene Unterglasurformeln, um Fehlerquoten zu senken und die Brandkonsistenz über mehrere Chargen zu verbessern.