entsperren
Englisch: unhold
Aus einem Sperrzustand oder einer Warteschleife entfernen.
Unhold: Freigabe eines Schaltkreises oder Signals aus einem gesperrten Zustand
Unhold bedeutet, ein Signal, einen Schaltkreis oder ein Gerät aus einem gehaltenen oder verriegelten Zustand freizugeben und es wieder zum aktiven Betrieb zurückzuführen oder es für neue Befehle verfügbar zu machen. In elektrischen Systemen friert ein Hold-Zustand den aktuellen Zustand ein und verhindert Änderungen, bis ein explizites Unhold-Signal angewendet wird. Dies unterscheidet sich vom einfachen Ausschalten; das gehaltene Element bleibt stromversorgt und betriebsbereit, aber seine Logik ist gesperrt.
Der Unhold-Befehl erscheint in Relaislogik, speicherprogrammierbaren Steuerungen und industrieller Automatisierung, wo ein Schaltkreis vorübergehend in einem bekannten Zustand gehalten werden muss. Beispielsweise kann ein Motoranlasser einen Schütz geschlossen halten, auch wenn die Start-Taste losgelassen wird, und ein Unhold-Signal (oft ein Reset- oder Stopp-Befehl) bricht diese Verriegelung auf. Ohne die Unhold-Aktion würde der Motor unendlich lange laufen. Bei der Signalverarbeitung und Datenerfassung friert ein Hold-Vorgang einen Wert in einem Register ein; Unhold ermöglicht die Erfassung des nächsten Wertes.
Hold- und Unhold-Paare erzeugen flankenausgelöste oder pegelausgelöste Verhaltensweisen je nach Schaltkreistopologie. Bei älteren elektromechanischen Systemen wurde Unhold durch eine separate Relaisspule erreicht, die verdrahtet war, um den Hold-Schaltkreis zu unterbrechen. Moderne speicherprogrammierbare Steuerungen implementieren Hold und Unhold als Befehle in Kontaktplan oder Funktionsblöcken, was die Logik klarer und flexibler macht. Das Unhold-Signal muss Spannung oder Strom hoch genug sein, um den Hold-Zustand zuverlässig zu überwinden, und kann nicht marginal sein; schwache Unhold-Signale können zu Flattern oder unvollständiger Freigabe führen.
Häufige Fehlerquellen sind Unhold-Signale, die zu kurz sind und der gehaltene Element sofort wieder verriegelt werden lässt, und das Versäumnis, zwischen Unhold und einfacher Stromunterbrechung zu unterscheiden. Ein Unhold, das während eines kritischen Moments auftritt (z.B. während einer Rampe in einem Frequenzumrichter), kann zu vorübergehendem Überschwingen oder mechanischem Stoß führen. Bei sicherheitskritischen Anwendungen wird die Unhold-Logik häufig mit Verriegelungsüberprüfung kombiniert, um sicherzustellen, dass sich das System in einem sicheren Zustand befindet, bevor die Freigabe zulässig ist.
Der Begriff spiegelt die Symmetrie der digitalen Steuerung wider: Hold friert einen Zustand ein, Unhold entsperrt ihn. Es ist Standard in der Regelungstechnik-Dokumentation, in Kontaktplänen und in PLC-Software. Verwandte Begriffe sind Latch (was eine Selbsthaltewirkung impliziert, die Unhold erfordert, um sie zu unterbrechen), Reset (was typischerweise einen Zustand vollständig löscht anstatt ihn einfach freizugeben) und Release (ein breiterer Begriff, wenn der spezifische Mechanismus unwichtig ist).