Freigeschaltet
Englisch: unlocked
Nicht an einen bestimmten Netzbetreiber gebunden.
freigegeben: frei einsetzbar mit jedem Netz und Provider
Ein freigegebenes Gerät, typischerweise ein Mobiltelefon oder Modem, enthält keine Firmware- oder Softwarebeschränkungen, die es an einen bestimmten Mobilfunkbetreiber oder ein bestimmtes Netz binden. Das Gerät akzeptiert SIM-Karten von jedem Betreiber innerhalb seiner unterstützten Frequenzbänder, was dem Nutzer ermöglicht, den Provider ohne Hardwareaustausch zu wechseln. Dies unterscheidet sich grundlegend von gesperrten Geräten, die sich weigern, in nicht genehmigten Netzen zu arbeiten, selbst wenn die Hardware dazu physikalisch fähig ist.
In der Elektrotechnik und Telekommunikation wird die Sperre auf Ebene des Basisbandprozessors durch proprietäre Firmware durchgesetzt. Die Gerät-Firmware prüft die International Mobile Subscriber Identity (IMSI) der SIM-Karte und den Mobile Country Code (MCC) gegen eine genehmigte Whitelist. Wird eine SIM eines nicht genehmigten Betreibers eingelegt, weigert sich das Telefon, eine Funkverbindung aufzubauen, obwohl der Transceiver selbst baugleich mit freigegebenen Varianten ist. Diese Einschränkung zu entfernen erfordert entweder ein Firmware-Update oder das Ausnutzen von Sicherheitslücken im Sperrmechanismus.
Die Freigabe hat praktische Auswirkungen auf die Lebensdauer von Ausrüstung und betriebliche Flexibilität. Ein Techniker, der mit funkgesteuerten Testgeräten, Fernmessgeräten oder Feldausrüstung arbeitet, profitiert von freigegebener Hardware, da sie keine Abhängigkeit von der Infrastruktur eines einzelnen Betreibers mit sich bringt. In Regionen mit schlechter Abdeckung durch den ursprünglichen Provider oder wenn eine Einrichtung den Betreiber wechselt, um bessere Tarife zu erreichen, funktioniert freigegebene Ausrüstung unterbrechungsfrei. Umgekehrt bevorzugen Betreiber gesperrte Geräte, weil diese die Kundenabwanderung reduzieren und für vorhersagbare Netzlast aus dem bestehenden Gerätebestand sorgen.
Die Rechtmäßigkeit und Verfügbarkeit von Freigaben ist je nach Rechtsraum sehr unterschiedlich. In manchen Ländern ist es legal, in anderen verstößt es gegen Urheberrechts- oder Umgehungsgesetze. Viele Betreiber bieten inzwischen Software-Freigaben nach Vertragsende oder auf Anfrage an, manchmal gegen Gebühr. Hardware-seitige Freigaben, bei denen der Basisbandprozessor umprogrammiert oder Chips ausgetauscht werden, sind risikoreicher und können Garantien ungültig machen. Bei Industrie- und Fachgebrauch ist es deutlich einfacher, freigegebene Hardware bereits beim Kauf vorzusehen, als sie später freigeben zu lassen.
Der Begriff gilt auch für Funk-Modems, Router und andere Geräte mit HF-Ausstattung. Ein gesperrtes Industrie-Modem kann mehrere Frequenzbänder unterstützen, aktiviert aber nur die Bänder des vertragsgebundenen Betreibers. Die Freigabe ermöglicht die volle Nutzung der tatsächlichen Hardware-Leistungsfähigkeit über alle unterstützten Bänder und Betreiber hinweg, was besonders bei temporären Einsätzen, mobilen Laboren und Ausrüstung, die über mehrere regionale Netze hinweg funktionieren muss, wertvoll ist.