Kehlstein
Englisch: valley piece
Dach- oder Dachschindel zur Herstellung einer geschlossenen Kehle auf einem Dach.
Firstziegel: der Ziegel, der Dachschnittlinien abdichtet
Ein Firstziegel ist ein spezieller Ziegel oder ein Schindel, der dort verlegt wird, wo zwei Dachflächen in einem Winkel aufeinandertreffen und eine Kehle bilden. Er überbrückt den Spalt zwischen den angrenzenden Dachflächen und leitet Wasser in den Kehrkanal, ohne dass es seitlich in die Fuge abfließt. Im Gegensatz zu Standard-Dachziegeln ist der Firstziegel so geformt oder bemessen, dass er die angrenzenden Ziegel von beiden Seiten überlappt und eine durchgehende, wasserdichte Abdichtung entlang der gesamten Kehlenlänge schafft.
Bei geneigten Dächern sind Kehlen die tiefsten Linien, an denen zwei Dächer aufeinandertreffen. Bei starkem Regen konzentriert sich Wasser und fließt schnell diese Kanäle hinab zu den Dachrändern. Ein ordnungsgemäß verlegter Firstziegel muss dieser hohen Wasserströmungsgeschwindigkeit und den Frost-Tau-Zyklen standhalten, die auftreten, wenn Wasser in Spalten staut oder eindringt. Der Ziegel muss auch Windsog widerstehen, der an Kehlen am stärksten ist, wo sich Dachflächen in einem Winkel treffen, der Kanten dem Winddruck aussetzt.
Materialien und Verlegung
Firstziegel werden aus denselben Materialien wie das umgebende Dach hergestellt: Ton- oder Betonziegel, Schiefer oder Bitumenschindeln. Bei Ziegeldächern sind spezielle Firstziegel mit gekrümmten oder abgewinkelten Profilen erhältlich, die der Kehlenform entsprechen. Bei Bitumenschindeln wird die Kehlenabdeckung normalerweise durch Verflechten von Schindeln von beiden Seiten oder seltener durch Verlegung spezieller Kehlstreifen aus Metall oder gummiertem Material vor dem Schindelbelag erreicht. Metallische Firstziegel, normalerweise verzinkter Stahl oder Aluminium-Blech, werden auch als unabhängige Schicht unter Ziegel oder Schiefer verwendet, um eine zusätzliche Feuchtigkeitssperre zu bieten.
Die Verlegungsqualität bestimmt die Leistung. Fehlerhafte Kehlenarbeiten führen dazu, dass Wasser unter angrenzenden Ziegeln zurückstaut, die Dachschalung durchdringt und Dämmung und Balkenwerk durchfeuchtet. Häufige Schäden entstehen, wenn Firstziegel zu nah an der Kehlenmittellinie befestigt werden, was bei thermischer Ausdehnung zu Spannungen führt, oder wenn die Überlappung nicht ausreicht, um Wasser bei extremem Regen zuverlässig abzuleiten. Der Gefälleverlauf der Kehle muss ebenfalls beibehalten werden, um Staunässe zu vermeiden.
Der Begriff geschlossene Kehle bezieht sich auf das Verfahren, bei dem Ziegel vollständig über die Kehlenlinie verlegt werden und den Kehrkanal selbst verdecken. Dies steht im Gegensatz zur offenen Kehle, bei der die Kehle absichtlich offen liegt und Wasser und Verschmutzung frei abfließen können, ohne behindert zu werden. Offene Kehlen sind einfacher zu unterhalten, aber sichtbarer; geschlossene Kehlen sehen ordentlicher aus und werden bei Fertigarbeiten bevorzugt, erfordern aber genaue Ziegelabmessungen und Passungen, um Wasserstau zu vermeiden.