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Bauwesen

Kassettendecke

Englisch: waffle

Betondecke mit gitterförmiger Rippenstruktur, die sich auf der Unterseite im rechten Winkel zueinander verlaufend anordnet und im Geschoßbau verwendet wird.

Waffeldecke: Gerippte Betondecke mit größerer Spannweite und weniger Eigengewicht

Eine Waffeldecke ist ein Stahlbetondeckensystem, bei dem die Unterseite mit einem regelmäßigen Rasterfeld von sich rechtwinklig kreuzenden Rippen ausgebildet wird und so ein Muster aus rechteckigen Hohlräumen entsteht. Die Rippen sitzen auf einer dünnen Betondeckschicht, üblicherweise 40 bis 80 mm dick, und das gesamte System spannt zwischen tragenden Balken oder Wänden. Von unten betrachtet sieht das Ganze wie eine umgekehrte Waffel aus, daher der Name.

Die statische Logik ist einfach: Die Rippen tragen die Biegekräfte, während die Hohlräume das Eigengewicht reduzieren, ohne dabei die Tragfähigkeit zu beeinträchtigen. Ein typisches Waffelelement misst 1,2 bis 2,4 Meter pro Seite, die Rippentiefe liegt zwischen 300 und 600 mm. Bei einer gegebenen Spannweite und Last benötigt eine Waffeldecke 25 bis 40 Prozent weniger Beton als eine gleichwertige Volldecke. Das macht sie wirtschaftlich bei großen Spannweiten, hohen Lasten oder wenn es auf die Raumhöhe ankommt.

Zwei Verfahren sind standard. Beim Spannbeton-Verfahren sind Leitungskanäle für hochfeste Stahlseile in die Rippen einbetoniert und werden nach dem Erhärten vorgespannt, wodurch die Decke vorgepresst wird und die Spannweite erhöht. Beim Stahlbeton-Verfahren werden konventionelle Bewehrungsstähle in den Rippen und der Deckschicht verlegt, bevor der Beton gegossen wird. Spannbeton erlaubt Spannweiten bis 15 Meter und mehr in Geschäftsgebäuden; Stahlbetonwaffeln funktionieren in der Regel bis 10 Meter.

Schalung und Konstruktion

Waffeldecken werden mit wiederverwendbaren Kunststoff- oder Stahlkuppelschalen in Holz- oder Stahlschalung oder mit speziellen Modulsystemen hergestellt. Die Schalen werden nach dem Rastermuster verlegt, bevor der Beton gegossen wird. Nach dem Erhärten werden die Schalen entfernt und beim nächsten Guss wiederverwendet. Diese Wiederholung macht Waffeldecken wirtschaftlich bei großen, wiederkehrenden Projekten wie Parkhäusern und mehrgeschossigen Bürogebäuden.

Häufige Mängel sind unvollständige Ausfüllung der Rippen bei schlechter Betonierbarkeit, was Hohlräume schafft und die Rippenbelastung schwächt. Risse können entstehen, wenn Spannseile überbelastet werden oder wenn die Zwängungen der umgebenden Struktur unterschätzt werden. Die Durchbiegung unter Last ist manchmal größer als erwartet bei sehr großen Spannweiten, besonders wenn die Deckschicht dünn ist im Verhältnis zur Rippenentfernung.

Waffeldecken liegen zwischen Flachdecken (einfacher zu schalem, aber schwerer) und Balken-Unterzug-Systemen (flexibler, benötigen aber mehr Hilfsschalung). Sie passen zu wiederkehrenden, geometrisch regelmäßigen Grundrissen und werden verbreitet in Australien, dem Nahen Osten und Teilen Europas eingesetzt; in Nordamerika sind sie weniger verbreitet, dort dominieren Flachdecken und Verbundsysteme.

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