Sickergrube
Englisch: dry well
Unterirdische Struktur (beispielsweise eine mit Kies gefüllte Grube), die unerwünschtes Wasser durch Speicherung und Versickerung ins Grundwasser ableitet; wird hauptsächlich für Oberflächenabfluss und Regenwasser verwendet.
Sickerschacht: eine eingegrabene Grube, die Regenwasser im Boden verschwinden lässt
Ein Sickerschacht ist eine unterirdische Kammer, typischerweise eine Grube oder ein Schacht, der mit grobem Schüttmaterial (Kies, Stein oder Schutt) gefüllt ist und Regenwasserabfluss aufnimmt und in den umgebenden Boden versickern lässt. Anstatt Wasser in einen Regenwasserkanal oder oberirdisch abzuleiten, speichert der Sickerschacht das Wasser vorübergehend, während Schwerkraft und Bodenurchlässigkeit die Verteilung übernehmen. Das Wasser sickert durch das Schüttmaterial und in den Grundwasserspiegel oder den umgebenden Boden, ohne dass unter normalen Bedingungen ein Auslassrohr oder Überlauffunktion vorhanden ist.
Sickerschächte werden häufig dort eingesetzt, wo konventionelle Drainage nicht vorhanden, unerschwinglich oder unerwünscht ist. Sie nehmen Abfluss von Dachrinnen, Parkplätzen, Einfahrten und geneigten Flächen auf. Die Grube selbst kann ein einfach ausgehobenes Loch, ein vorgefertigter Betonring oder Betoncylinder oder eine Kunststoffkammer sein, typischerweise 1,2 bis 3,6 m tief und 0,6 bis 1,8 m Durchmesser, je nach Einzugsgebiet und Bodenversickerungsrate. Die Seiten und der Boden sind oft mit Landschaftsvlies ausgekleidet, um die Sedimentwanderung zu verlangsamen und gleichzeitig Wasserdurchfluss zu ermöglichen. Gröberer Stein wird in den oberen Zonen platziert, feinerer Kies unten, was eine Abstufung schafft, die Durchfluss und Sedimentation ausgleicht.
Boden, Tiefe und Ausfallmodi
Die Wirksamkeit eines Sickerschachts hängt ganz von der Bodenurchlässigkeit ab. Ton- und sättigte Böden nehmen Wasser langsam oder gar nicht auf; solche Standorte erfordern, dass der Schacht tiefer, breiter oder zu einem Pumpensumpf entwässert wird. Sand- und kieshaltige Böden sind ideal. Auch die Grundwassertiefe spielt eine Rolle: Wenn der Wasserspiegel hoch ist, kann der Schacht überfluten und unbrauchbar werden. Designstandards in den meisten Jurisdiktionen erfordern eine Prüfung der Bodenversickerungsrate (häufig in mm/h ausgedrückt), bevor ein Sickerschacht geplatziert wird. Verstopfung tritt allmählich auf, wenn feines Sediment und organische Stoffe ansammeln und die effektive Versickerungsrate verringern. Einige Ausführungen beinhalten einen Sedimentsumpf am Boden oder ein Vor-Filtrationsbecken vorgelagert, um die Intervalle zwischen Reinigungen zu verlängern.
Ein schlecht geplatzierter oder gewarteter Sickerschacht kann zu einem stagnierenden Teich, Brutplatz für Mücken oder einer baulichen Gefahr werden, wenn er unter Last zusammenbricht. Oberirdische Wasseransammlung deutet auf unzureichende Versickerungskapazität oder ein blockierter Einlass hin. Wenn das Grundwasser verunreinigt ist oder nah an der Oberfläche sitzt, kann ein Sickerschacht die Schadstoffausbreitung beschleunigen. Aus diesen Gründen verlangen viele Jurisdiktionen nunmehr eine Kies- oder Sandfilterwicklung über dem Schüttmaterial und geben Mindestabstände von Grundstücksgrenzen, Brunnen und Abwassersystemen vor.
Der Begriff "Sicker" spiegelt die Absicht wider: Anders als ein nasser Sumpf oder Retentionsbecken sammelt sich Wasser nicht dauerhaft an. In der Praxis bleibt ein richtig gestalteter Sickerschacht zwischen Niederschlägen trocken oder nahezu trocken, mit Wasser nur während und kurz nach Regen oder Bewässerung. Dies unterscheidet ihn von einer französischen Drainage (die Wasser seitlich fördert) oder einem Regengarten (der flacher und bepflanzt ist). Sickerschächte bleiben in ländlichen und vorstädtischen Gebieten eine einfache, kostengünstige Alternative zu verlegtem Regenwasserabfluss, obwohl ihre Abhängigkeit von Bodenverhältnissen eine Standortuntersuchung unverzichtbar macht.