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Luftfahrttechnik

VTVL

Abkürzung für vertical takeoff and vertical landing; Luftfahrzeug mit senkrechtem Start und Landung.

VTVL: Flugzeuge, die senkrecht starten und landen

Ein VTVL-Flugzeug hebt ab, indem es sich senkrecht vom Boden erhebt, ohne dass eine Landebahn nötig ist, und landet auf die gleiche Weise, indem es senkrecht zu einem Schwebeflug herabsinkt. Dies unterscheidet sich von einem Hubschrauber, der rotierende Tragflächen zur Erzeugung von Auftrieb nutzt. Eine VTVL-Maschine setzt stattdessen auf Schubvektorisierung, typischerweise von Turbojet- oder Turbofan-Triebwerken, die während Start und Landung nach unten gerichtet werden können und dann für den Horizontalflug nach vorne rotiert werden. Das bekannteste Beispiel ist der Harrier-Düsenjäger, der schwenkbare Düsen zum Ablenkung des Abgases nach unten oder nach hinten nutzt.

Der praktische Vorteil liegt in der Unabhängigkeit von Landebahn-Infrastruktur. Ein VTVL-Flugzeug kann von einem Parkplatz, von einem Flugdeckschiff oder von einer Waldlichtung aus operieren, was es für militärische Transport- und Kampfeinsätze an abgelegenen Orten wertvoll macht. Die Wartungsbelastung ist jedoch erheblich. Die gleichen Triebwerke, die im Schwebeflug arbeiten, müssen auch den Überschall- oder Transsonisches Flug aufrechterhalten, was extreme thermische und strukturelle Ingenieurskunst erfordert. Düsenmechanismen sind Präzisionsbauteile, die starkem Verschleiß ausgesetzt sind. Der Treibstoffverbrauch im Schwebeflug ist im Vergleich zum horizontalen Reiseflug in der gleichen Flughöhe enorm.

Warum VTVL eine Nischentechnologie bleibt

Trotz Jahrzehnte langer Entwicklung gelangen nur sehr wenige VTVL-Flugzeuge in den Dienst, und die meisten Programme werden abgebrochen oder fliegen in winzigen Stückzahlen. Das Kernproblem ist, dass Schwebeflug energetisch teuer ist. Ein Hubschrauber verteilt diese Kosten über sein gesamtes Einsatzprofil. Ein VTVL-Kampfjet trägt die Last- und Treibstoffstrafen von schweren Triebwerken, Flugkontrollsystemen und Strukturen, die für sowohl vertikalen als auch horizontalen Flug optimiert sind, aber keine dieser Rollen profitiert von dem Kompromiss. Wartungstechniker müssen Triebwerksverwaltung, Flugkontrollsoftware, Fahrwerk und Düsen-Hydraulik gleichzeitig beherrschen. Korrosion und Salzgischt greifen Aluminiumrümpfe und hochbelastete Turbinenbauteile an, die bei Einsätzen auf Flugdeckschiffen Salzspray ausgesetzt sind.

VTVL wird in militärischen Kontexten eingesetzt, in denen die Negierung von Landebahnen oder schnelle Einsatzbereitschaft Effizienzbedenken überwiegen. Harrier-Varianten dienten bei der Royal Air Force, dem U.S. Marine Corps und anderen Operatoren bis in die 2010er Jahre. Der Begriff beschreibt auch zukünftige Konzepte, darunter elektromagnetische Senkrechtstarts und Landungen (eVTOL), die für städtische Luftmobilität entwickelt werden, obwohl diese sich auf elektrische Rotoren statt Schubvektorisierung stützen. Die Wartungslehre für VTVL unterscheidet sich stark von der Praxis bei Starrflügler- und Drehflügler-Flugzeugen und erfordert Techniker, die speziell in Düsen-Justage, Testverfahren von Schwebeflug-Kontrollschleifen und Schubausgleich ausgebildet sind.

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