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Metallurgie

Warmumformen

Englisch: warm working

Verarbeitung eines Metalls bei einer Temperatur zwischen einem Zehntel und vier Zehnteln des Schmelzpunkts.

Warmumformen: Verformung zwischen Kalt- und Warmformen

Warmumformen ist die plastische Verformung von Metall bei Temperaturen, die ungefähr zwischen 0,1 und 0,4 des absoluten Schmelzpunktes liegen, gemessen in Kelvin. Bei Stahl liegt dies typischerweise im Bereich von 400 bis 700 Grad Celsius, abhängig von der spezifischen Legierung und Zusammensetzung. Bei diesen mittleren Temperaturen zeigt das Metall eine niedrigere Fließspannung als beim Kaltumformen, was größere Verformungen mit weniger Kraft und Wärmeeintrag ermöglicht, während es die genauen Maßtoleranzen und Oberflächengüte des Kaltumformens weitgehend behält.

Der Vorteil des Warmumformens liegt in seinem Mittelweg. Kaltumformen (Raumtemperatur) erfordert schwere Maschinen, um Metall in Form zu bringen, und hinterlässt Eigenspannungen im Material; Warmumformen (in oder oberhalb der Rekristallisationstemperatur) erzeugt eine grobere Körnerstruktur und schlechtere Maßtoleranzen. Warmumformen reduziert die mechanische Belastung der Maschinen, verringert die Anzahl der erforderlichen Glühzyklen zwischen den Zügen und erzeugt eine feinere Endkörnerstruktur als Warmumformen bei gleichzeitig engeren Toleranzen. Dies macht es wertvoll für Schmied-, Strang- und Ziehvorgänge bei Metallen mit schlechter Kaltverformbarkeit.

Verschiedene Metalle haben unterschiedliche Warmumform-Fenster. Aluminium-, Magnesium- und Titanlegierungen werden häufig warmumgeformt, da sie schnell verfestigen und unter Kaltverformung leicht reißen. Kupfer und Messing können warmumgeformt werden, um die Anzahl der erforderlichen Glühzyklen beim Ziehen oder Schmieden zu reduzieren. Das Verfahren wird auch bei bestimmten Werkzeugstählen und nickelgestützten Superlegierungen angewendet, bei denen Kaltumformen übermäßige Kraft erfordern würde oder zu unannehmbarem Werkzeugverschleiß führt.

Maschinen und Steuerungsherausforderungen

Warmumformen erfordert präzise Temperaturkontrolle: das Werkstück muss gleichmäßig erwärmt und innerhalb eines engen Bereichs gehalten werden, und die Matrizen oder Presse müssen die Temperaturstabilität während des Verformungshubs aufrechterhalten. Matrizen kühlen schneller ab als das Werkstück, daher ist eine Erwärmung des Werkzeugs oder die Verwendung von isolierenden Matrizenmaterialien üblich. Die Werkzeuglebensdauer ist in der Regel kürzer als beim Kaltumformen aufgrund der höheren Temperatur, und die Schmiermittelwahl wird entscheidend, da viele Kaltumform-Öle im Warmbereich zusammenbrechen.

Der Begriff liegt zwischen Kaltumformen und Warmumformen, sowohl in der Temperatur als auch in der Prozesslogik. Warmumformen ist in kleinen Werkstätten weniger verbreitet als Kalt- oder Warmumformen, ist aber Standard in der Großserienproduktion von Strangpresserzeugnissen, gezogentem Draht und Schmiedeteilen, wo die Wirtschaftlichkeit der reduzierten Maschinenbelastung und der weniger erforderlichen Glühzyklen die Kosten für Temperaturkontrolle und spezialisiertes Werkzeug rechtfertigt.

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