waschen
Englisch: wash
Wertvolles Material wie Gold durch die Wirkung von fließendem Wasser von wertlosem Material trennen.
Waschen: Trennung von Erz und Bergematerial durch Wasserstrom
Im Bergbau ist Waschen die mechanische Trennung von wertvollen Mineralen von leichteren Bergematerialien und Ton mittels fließenden Wassers. Das Prinzip ist einfach: Wasser spült Feinmaterial und leichte Partikel weg, während schwerere Erze absinken, oder umgekehrt kann das Erz je nach Mineraldichte und Wassergeschwindigkeit weggeschwemmt werden. Dieser Arbeitsprozess steht am Anfang der Aufbereitungskette, üblicherweise beim frisch gebrochenem Erz durchgeführt, bevor es in feinere Zerkleinerungs- und Konzentrationsstufen geht.
Die gebräuchlichste Waschanordnung ist eine Trommel oder ein Rotationssieb, durch das Erz und Wasser gemeinsam laufen. Während die Trommel rotiert, spritzen Wasserdüsen auf das tummelnd bewegte Erz und lösen Tonbeläge und Schlamm, die an wertvollen Partikeln kleben bleiben. Material kleiner als die Siebmasche verlässt das Sieb mit dem Wasser; größeres Gestein wird zu Bergematerial oder, wenn es noch Erz trägt, zur weiteren Verarbeitung geleitet. Bei Gold- und Zinnsteinen ist offenes Waschen mittels einfacher Rinnen oder Riffelbleche im Alluvialbau Standard, wo Schwerkraft und Wassergeschwindigkeit die Arbeit leisten.
Die Wasserqualität beeinflusst sowohl Ausbeute als auch Kosten. Hohe Schwebstoffanteile im Rücklaufwasser verstopfen Siebe und erfordern Absetzbecken oder Zyklone zum Recyceln des Wassers; in trockenen Regionen ist Wasserverlust ein kritischer Verlustfaktor. In tropischen Klimaten mit reichlich Regen entstehen große Schlammengen, die bewirtschaftet werden müssen, um saure Grubenwässer oder Schwermetallauswaschung in lokale Gewässer zu vermeiden. Die Dichte und Härte des Erzes bestimmt die Waschintensiät: Brüchiges Oxidationserz wäscht sich leicht mit schwachem Wasserstrom, während hartes frisches Gestein oder tongebundenes Erz höheren Wasserdruck oder mechanische Scheuerwirkung braucht.
Die Wascheffizienz wird gemessen an Ausbeute gegen Verschmutzung: Wie viel wertvolles Mineral in den Produktstrom geht gegen wie viel Bergematerial es mitführt. Ein Waschprozess, der 90 Prozent des Tons entfernt, aber eine Tonne taubes Gestein mitsendet, ist weniger wertvoll als einer, der 75 Prozent des Tons entfernt und das Konzentrat sauber hält. Dieser Kompromiss ist der Grund, warum Waschen oft mehrstufig erfolgt: Ein primäres Waschen entfernt Hauptmengen Bergematerial, ein sekundäres Waschen veredelt das Konzentrat.
Der Begriff stammt von der wörtlichen Aktion des Wassers, das Material wegspült, und wird in englischsprachigen Bergbauregionen allgemein verstanden. In manchen Zusammenhängen verwenden Betreiber 'Scrubben', 'Nasssiebung' oder 'Entschlämmen', um Varianten desselben Prozesses zu bezeichnen, je nachdem ob die Betonung auf mechanischer Reibung, Siebung oder Entfernung von feinem Ton liegt. Trockensiebung nutzt dagegen Luft und Vibration statt Wasser und schreibt andere Ausrüstungen und Betriebskosten vor.