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Industriekeramik

Wedgwood

Keramikware mit weißen erhabenen Kameen, die von dem englischen Töpfer Josiah Wedgwood hergestellt wurde.

Wedgwood: neoklassische Keramik, die die industrielle Keramikherstellung prägte

Wedgwood ist ein Steinzeugkörper, den Josiah Wedgwood in Staffordshire in den 1760er Jahren entwickelte. Er zeichnet sich durch einen harten, nicht porösen Jasper- oder Basaltkörper aus, auf dem weiße oder farbige Kameeauflagen aufgebracht sind. Die weißen Figuren zeigen typischerweise klassische Szenen oder Porträts und werden einzeln geformt und dann mit Tonschlicker auf den Körper aufgeklebt. Dieses Verfahren ermöglichte Massenproduktion von Stücken, die den geschnittenen Steinen und Kameen der Antike ähnelten, aber zu einem Bruchteil der Kosten und Arbeitszeit hergestellt werden konnten.

Die bekannteste Variante ist das Jasperware, ein verglaster Steinzeugkörper in Blau, Grün, Schwarz, Lila und anderen Farben mit weißen neoklassischen Reliefs, die Friese und Medaillons bilden. Basaltware, eine andere Wedgwood-Neuheit, verwendet einen schwarzen Steinzeugkörper und bleibt oft unverziert oder trägt minimale Ornamente. Beide Körper werden bei extremer Hitze um die 1200 Grad Celsius gebrannt und sind deutlich widerstandsfähiger gegen Absplitterungen und Flecken als Steingut. Die Kameeauflagen müssen vor dem Brand vollständig ausgehärtet sein, um eine Ablösung vom Körper zu verhindern.

Der Produktionsprozess erfordert separate Modellierung der Kameen, üblicherweise durch geschickte Bildhauer in sehr kleinem Maßstab. Aus diesen Modellen werden Formen gefertigt, und die Reliefs werden dann in weißem Jasper oder anderem kontrastierendem Material pressgeformt oder gegossen. Der Grundkörper wird separat geformt, oft durch Töpferscheibe oder Gießen je nach Form. Die Montage verlangt Sorgfalt: der Schlicker muss ledrig sein, die Körperoberfläche leicht angefeuchtet aber nicht nass, und der Druck muss gleichmäßig verteilt werden, um eine dauerhafte Verbindung ohne Verformung zu erreichen. Zu starkes Brennen kann dazu führen, dass die weißen Reliefs zu sehr verschmelzen und Details verloren gehen.

Industrielle Bedeutung und Marktstatus

Wedgwood-Waren stellen eine frühe erfolgreiche Verbindung von neoklassischem Geschmack mit industriellen Produktionsmethoden dar. Im späten 18. Jahrhundert beschäftigte Etruria, Wedgwoods Fabrik in der Nähe von Stoke-on-Trent, Hunderte von Arbeitern in spezialisierten Rollen: Dreher, Former, Modelleur und Finisher. Diese vertikale Integration und Arbeitsteilung machten Wedgwood zu einer der ersten wirklich industriellen Töpfereien. Die Waren waren teuer genug, um Wohlhabende und Modebegeisterte zu bedienen, aber durch mechanisiertes Schlickergießen und standardisierte Formherstellung im großen Maßstab erreichbar.

Wedgwood-Stücke werden heute noch unter der Marke Wedgwood (jetzt Teil von Fiskars) hergestellt, aber die moderne Produktion nutzt oft industrielles Gießen, Spritzglasur und Dekaltransfer, wo historische Stücke von Hand zusammengesetzt und bemalt wurden. Sammler unterscheiden zeitgenössische Stücke anhand der Markierung: frühe Waren tragen eingravierte oder geprägte Marken mit "Wedgwood & Bentley" (1769-1780) oder "Wedgwood" allein, oft mit Standortangabe und manchmal Datierung oder Chargennummer auf der Unterseite. Zustand und Qualität der Kameeauflagen beeinflussen Wert und Funktionstauglichkeit direkt; Stücke mit abgelösten oder fehlenden Reliefs sind schwierig zu restaurieren ohne sichtbare Reparaturspuren.

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