Verkeilen
Englisch: wedging
Ein Verfahren zum Verbinden von Holzteilen.
Keilen: Holzteile durch Treiben von keilförmigen Hölzern oder Stahlkeilen festspannen
Keilen ist das Verfahren, einen keilförmigen Gegenstand, meist aus Holz oder Stahl, in den Spalt zwischen zwei Holzteilen zu treiben, um diese durch Druck miteinander zu verbinden. Der Keil wandelt vertikale oder horizontale Kraft in starken Seitendruck um und presst die verbundenen Teile mit ausreichend Reibung und mechanischem Halt aneinander, um Bewegungen oder Verformungen zu widerstehen. Dies ist eine einfache Alternative zu Nägeln, Bolzen oder Klebstoffen und wird weiterhin bei Holzrahmen, Gerüstsystemen und temporären Aussteifungen verwendet, wo Verstellbarkeit und schnelle Montage wichtiger sind als Dauerhaftigkeit.
Holzkeile werden aus Weich- oder Hartholz mit gradueller Verjüngung geschnitten, typischerweise im Verhältnis 1:6 bis 1:10 von Dicke zu Länge. Ein 300 mm langer Keil kann von 50 mm Dicke auf 5 mm Spitze verjüngt sein. Stahlkeile kommen zum Einsatz, wenn größere Haltekraft nötig ist oder Holz unter Last zerquetscht würde, besonders bei schweren Maschinenlagern und Stahlkonstruktionen. Der Verjüngungswinkel bestimmt, wie leicht der Keil treibt und welchen Kraftvorteil er bietet: Ein flacherer Winkel widersteht dem Zurückrutschen, erfordert aber mehr Kraft zum Einschlagen; ein spitzerer Winkel lässt sich schneller treiben, bietet aber weniger Haltekraft, wenn Vibration oder Beanspruchung eintritt.
Keilen kommt in drei Hauptsituationen vor. Erstens bei Holzrahmenbau und Ständerkonstruktion werden Keile in den Spalt zwischen Zapfen und Zapfenloch getrieben, um die Verbindung zu straffen und zu verhindern, dass der Zapfen herausgezogen wird. Zweitens auf Stahl- oder Holzgerüsten werden Keile unter Ständer oder Längsträgern getrieben, um die Struktur zu ebnen und Setzungen auszugleichen. Drittens bei Mauerwerk und schweren Maschinenaufstellungen werden Keile unter Maschinenfüße oder Säulensockel getrieben, um Last zu verteilen und genaue Höhenverstellung zu ermöglichen. Ein eingetriebener Keil soll bleiben; zum Entfernen muss man ihn meist von der dicken Seite oder von der Seite herausschlagen.
Schäden und Verschleiß
Holzkeile quellen bei Nässe und schwinden bei Trockenheit, wodurch ihr Griff allmählich nachgibt, wenn die Verbindung nicht regelmäßig nachgetrieben wird. Bei Außenholzarbeiten kann dieser Wechsel erheblich sein; Kontrolle und Nachkeilen sind Routinewartung. Stahlkeile quellen nicht, können aber locker werden, wenn Vibrationen vorhanden sind oder die Oberflächen, die sie greifen, nicht raue genug sind. Eine polierte oder nasse Oberfläche reduziert die Reibung gefährlich. Ein übergetriebener Keil kann das aufnehmende Holz spalten, besonders wenn der Keil parallel zur Faserrichtung getrieben wird. Das Holz selbst kann unter punktueller Last zerquetscht werden, wenn der Keil zu dünn oder das Holz zu weich ist.
Der Name ist treffend: Keilen ist das Anwenden eines Keils. Im weiteren Bauwesen und in Ingenieurberufen wird Keilen manchmal als Unterlegen oder Ausgleichen bezeichnet, wobei Unterlegen meist dünne, verstellbare Streifen meint, während Keilen eine dauerhafte, eingetriebene Befestigung bedeutet. Das Verfahren ist uralt und älter als mechanische Befestigungsmittel um Jahrhunderte, und seine Einfachheit und Zuverlässigkeit haben es im Werkzeugkasten behalten, überall dort, wo Holzteile oder schwere Maschinen ohne Elektrizität oder spezielle Werkzeuge vor Ort verbunden oder nivelliert werden müssen.