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Kfz-Technik

Nasssumpf

Englisch: wet sump

Eine Motorölwanne, in der Öl in einer Pfanne am unteren Ende des Motors gesammelt wird.

Nasssumpf: Im Motorblock integriertes Ölreservoir

Ein Nasssumpf ist ein Motorenschmiersystem, bei dem der Ölbehälter einen integralen Bestandteil des Kurbelgehäuses bildet. Anstatt das Schmiermittel in einem separaten externen Reservoir zu lagern, sammelt sich das Öl direkt in einer gestanzten Stahlwanne oder einem Aluminiumgussbehälter, der an der Unterseite des Motorblocks angeschraubt ist. Dieses Design ermöglicht es der Schwerkraft, Öl zu den Kurbelwellenlagerungen, der Nockenwelle und den Zylinderwänden zu fördern, während es von beweglichen Bauteilen spritzt und ablauft.

Die Ölwanne eines Nasssumpfs fasst in der Regel 4 bis 8 Liter, abhängig von Motorgröße und Konstruktion. Ein in der Nähe des Sumfbodens eingetauchtes Ansaugrohr zieht Öl in die zahnrad- oder riemenbetriebene Pumpe, die es durch in den Block und den Zylinderkopf gefräste Ölleitungen unter Druck setzt. Wenn Lagerstellen und Oberflächen während des Betriebs Öl abgeben, fällt es durch die Schwerkraft zurück in den Sumpf und erzeugt einen Kreislauf. Diese Einfachheit macht Nasssümpfe zum dominierenden Design in Straßenfahrzeugen, Motorrädern und stationären Motoren.

Nasssümpfe versagen in zwei spezifischen Szenarien. Bei anhaltenden starken Kurvenfahrten oder Beschleunigung schwappt das Öl vom Ansaugrohr weg, wodurch die Pumpe unterversorgt wird und Lagerschäden entstehen. Daher wechseln Hochleistungs- und Rennmotoren oft zu Trockensumpfsystemen, die separate Behälter und Absaugpumpen verwenden, um die Ölversorgung unabhängig von der Fahrzeuglage zu gewährleisten. Nasssümpfe setzen die Wanne auch der Beschädigung durch Straßenschmutz und Kontakt mit der Unterseite aus, was zum vollständigen Druckverlust führen kann.

Thermische und praktische Abwägungen

Die große Oberfläche einer Nasssumpfwanne ermöglicht passive Kühlung, während das Öl durch den Block zirkuliert und dann in der Wanne freiliegt abkühlt. Dies verringert die Abhängigkeit von Ölkühlern bei mäßig beanspruchten Anwendungen. Allerdings führt die gleiche freiliegende Oberfläche dazu, dass die Öltemperatur bei schwerer Belastung schneller ansteigt, und dickeres Öl kann erforderlich sein, um die Filmstärke bei höheren Temperaturen zu bewahren. Ölwechsel und Filterwartung sind unkompliziert, da der Sumpf von unten zugänglich ist.

Der Begriff "Nasssumpf" existiert hauptsächlich zur Unterscheidung von "Trockensumpf", das seit den 1960er Jahren im Motorsport verbreitet ist. Das Wort "nass" bezieht sich einfach auf das Vorhandensein eines flüssigen Ölreservoirs im Motorgehäuse, während "trocken" bedeutet, dass der Sumpf kein stehendes Öl enthält. Für die meisten Kraftfahrzeugtechniker und Motorbauer bleibt der Nasssumpf das Referenzsystem, an dem Alternativen gemessen werden.

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