Weiße Ausblühung
Englisch: whitewash
Bei Ziegeln: Verkrustung mit einer weißen Schicht aus löslichen Salzen, die durch Ausblühung entsteht.
Ausblühungen: Salzbelag, der neu verlegtes Mauerwerk krank aussehen lässt
Ausblühungen sind Effloreszenz, eine weiße kristalline Kruste, die auf der Oberfläche von neuem Mauerwerk auftritt, besonders bei Ziegeln und Mörtelfugen. Sie entstehen, wenn wasserlösliche Salze aus den Materialien bei der Verdunstung von Feuchtigkeit an die Oberfläche wandern und Ablagerungen von Calciumcarbonat, Natriumsulfat, Kaliumcarbonat oder ähnlichen Verbindungen hinterlassen. Die Salze stammen aus den Rohstoffen selbst, dem Brennprozess oder dem bei der Verlegung verwendeten Mörtel. Der Begriff ist in der modernen Fachliteratur veraltet, die heute den chemischen Begriff Effloreszenz verwendet, bleibt aber unter Maurern und Bauleiter geläufig.
Ausblühungen treten typischerweise in den ersten Monaten nach der Witterungsexposition des Mauerwerks auf. Sie sind am stärksten, wenn Regen von warmen, trockenen Phasen gefolgt wird, die die Verdunstung beschleunigen. Die Kruste kann von einem feinen Schleier bis zu einer dicken, pulvrigen Schicht reichen, die die Ziegelfarbe überlagert. Es handelt sich um einen rein kosmetischen Mangel; die Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit des Mauerwerks werden nicht beeinträchtigt. Sichtbar ist die Ausblühung aber deutlich bei dunkel gefärbten Ziegeln oder hochwertigem Sichtmauerwerk, wo das Aussehen geschäftlich relevant ist.
Mehrere Faktoren beeinflussen die Intensität. Ziegel aus Ton mit hohem Salzgehalt sind anfälliger. Mörtelmischungen mit hohem Zementanteil, der lösliche Alkalien enthält, können Ausblühungen in umgebenden Ziegeln auslösen. Starke Wassereinstrahlung während der Verarbeitung oder starkregen in den Monaten nach Fertigstellung beschleunigen das Phänomen. Schlechte Oberflächenentwässerung, die das Mauerwerk längere Zeit nass hält, verschärft das Problem. Europäische und nordamerikanische Hersteller wählen und behandeln Tone heute so, dass der Salzgehalt minimiert wird, und viele nutzen zemente mit niedriger Salzlöslichkeit und Zusatzstoffe, um das Risiko zu senken.
Behandlung und Entfernung
Ausblühungen erschöpfen sich oft von selbst; die Salze verbrauchen sich mit der Zeit und weitere Kristallbildung stoppt nach 12 bis 18 Monaten. Leichte Krusten verwittern häufig ganz natürlich ab. Bei ästhetisch kritischen Arbeiten können Fachleute mit verdünnter Säurewäsche (üblicherweise verdünnte Salzsäure) oder speziellen Effloreszenzreinigern die Ablagerungen entfernen, wobei aber Sorgfalt geboten ist, um Fugen oder Ziegelflächen nicht zu beschädigen. Vorbeugemaßnahmen sind Schutz des neuen Mauerwerks vor Regen während der Verarbeitung, gute Oberflächenentwässerung und die Spezifikation von Materialien mit niedriger Salzlöslichkeit bei sichtbaren Arbeiten.
Der alte Begriff Ausblühungen wird immer noch verwendet, weil er direkt und anschaulich ist: das Mauerwerk sieht aus, als wäre es mit Kalk angestrichen. Er unterscheidet das Phänomen von anderen Verfärbungen und wird auf der Baustelle sofort verstanden. Leistungsverzeichnisse können ihn immer noch verwenden, besonders in älteren Verträgen oder regionaler Praxis, obwohl technische Normen heute die Verwendung des Begriffs Effloreszenz vorschreiben.