Reprise
Englisch: reprise
Im Mauerwerk die Rückführung eines Profilsteins in einem inneren Winkel.
Reprise: wo sich ein Profilstab an einer inneren Ecke umkehrt
Eine Reprise ist die Fortsetzung eines Profilstabes, wenn dieser sich nach innen wendet, statt zu enden oder abgeschnitten zu werden. Bei Stein- oder Ziegelmauerwerksflächen, die an einer konkaven Ecke enden (etwa dort, wo zwei Wände im Inneren aufeinandertreffen oder wo eine Wand nach innen versetzt ist), muss der Profilstab, der entlang der Außenkante läuft, diese Innwendung bewältigen. Die Reprise ist genau diese Rückführung: Der Profilstab kehrt um und läuft entlang der neu freigelegten Fläche weiter, wobei er sein Profil und seine optische Kontinuität beibehält.
Die praktische Schwierigkeit besteht darin, dass Profilstäbe für nach außen weisende (konvexe) Ecken natürlicherweise zugeschnitten werden. An einer inneren Ecke muss der Maurer den Profilstab entweder kurz enden lassen, was unfertig wirkt, oder ihn umkehren. Eine einfache Reprise könnte eine gerade Umkehrung des Profilstabes sein, der senkrecht zur ursprünglichen Richtung läuft. Aufwendigere Reprisen beinhalten gehrungsförmige oder gezackte Rückführungen, bei denen der Profilstab in Winkeln geschnitten wird, um ohne sichtbare Stufe oder abrupten Abschluss in die angrenzende Wandfläche überzugehen.
Ausführung und Varianten
Die genaue Form einer Reprise hängt vom Profilstabprofil und von der Absicht des Architekten ab. Bei klassischen Arbeiten könnte ein Kyma-, Ovolo- oder Torusprofilstab vollständig zurückgeführt werden, wobei der Maurer ein Umkehrprofil in den Stein schneidet. Bei einfacheren Arbeiten, besonders bei Ziegel oder bearbeiteter Quaderfläche, kann die Reprise minimal ausfallen: gerade genug Vorsprung und Schattenlinie, um zu zeigen, dass der Profilstab absichtlich weiterläuft. Manche Entwürfe verwenden statt einer vollständigen Profilrückführung einen kleinen Kehlfugen- oder Fasenstab an der inneren Ecke.
Eine gelungene Reprise erfordert Geschick beim Aufmaß und beim Steinebearbeiten. Die Tiefe und der Winkel der Rückführung müssen so berechnet werden, dass der Stein richtig sitzt und der Profilstab mit der Hauptwandfläche fluchtet. Schlecht ausgeführte Reprisen führen zu Fugen, ungleichmäßigen Stoßfugen oder Stein, der zu weit in die Ecke hineinragt. Der Begriff taucht vor allem in der klassischen und traditionellen Mauerwerksarbeit auf, wo Zierprofilstäbe Standard sind; in der modernen Bauweise ist er weniger gebräuchlich, da man Verzierungen an inneren Ecken eher meidet.