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Forst und Holz

Widow-Maker

Englisch: widow-maker

Ein abgelöster oder gebrochener Baumast, der eine Gefahr für darunter hindurchgehende Personen darstellt.

Widow-maker: ein herabfallender Ast, der ohne Vorwarnung tötet

Ein Widow-maker ist ein toter oder gebrochener Ast, typischerweise mit mindestens 30 mm Durchmesser, der in der Baumkrone steckt und nur durch Kontakt mit umliegendem Bewuchs oder anderem Totholz gestützt wird. Er unterscheidet sich von einer einfachen Gefahr dadurch, dass er ohne Wind oder äußeren Auslöser herabfällt; er fällt senkrecht, wenn die Stützstruktur versagt. In der Forstwirtschaft ist das Risiko keine Theorie: ein Ast mit 10 bis 50 kg, der aus 15 bis 30 Metern Höhe fällt, verletzt oder deaktiviert Arbeiter am Boden mit hoher Häufigkeit dauerhaft.

Der Begriff trägt seinen düsteren Namen, weil der Ast ohne Geräusch, ohne Vorwarnung und ohne erkennbares Muster fällt. Ein Arbeiter beim Fällen von Holz, beim Räumen von Schutt oder einfach beim Gehen durch den Wald kann getroffen werden, ohne das Objekt in Bewegung zu sehen. Das Holz kann bereits verfault und geschwächt sein, oder es wurde vor Wochen oder Monaten während eines Sturms gebrochen und sitzt fest in einem Geflecht von Ästen. Weder die Person oben noch die Person unten kann einen Einsturz vorhersagen.

Widow-maker sind normalerweise sichtbar tot, grau oder blass, oft ohne Rinde. Sie hängen in merkwürdigen Winkeln oder liegen quer über anderen Ästen mit sichtbarem Durchhang oder Durchsag. In Kiefern- und Fichtenwäldern addieren Schnee oder Eis zusätzliches Gewicht und erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Versagens. In nassen oder krankheitsbefallenen Bäumen können große Äste auch bei Windstille herabfallen. Die Gefahr ist schlimmer in nicht bewirtschafteten Wäldern oder kürzlich geernteten Flächen, wo dichtes Nachwachsen und konkurrierende Bäume komplexe Kronendächer schaffen.

Die Sicherheitspraxis in der Forstwirtschaft verlangt von Arbeitern, die Baumkrone zu scannen, bevor sie sich unter Bäumen positionieren, Widow-maker zu erkennen und wenn möglich zu entfernen, bevor die Arbeit beginnt, und Helme zu tragen, die den Standards EN 397 oder gleichwertiger Normen entsprechen. Bei der Verarbeitung von gefälltem Holz und bei der Räumung von Schlagabraum ist diese Bewertung ein erster Schritt, keine Formalität.

Der Ausdruck gehört zu einer kleinen Familie von Fachbegriffen für verborgene Todesfälle: Widow-maker in Maschinen (rotierende Wellen oder Riemenantriebe, die beim Hochfahren freiliegend sind), beim Klettern (Ausrüstungsausfälle) und bei Schneearbeiten (Schneebrettlawinen). Alle teilen die Eigenschaft, dass die Gefahr unsichtbar ist, bis zum Moment des Versagens.

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