gewinnen
Englisch: win
Erz, Kohle oder ähnliche Rohstoffe aus der Erde fördern.
gewinnen: Mineralien aus dem Boden fördern
Gewinnen bedeutet, Erz, Kohle, Mineralien oder andere wertvolle Rohstoffe durch Abbau, Bergbau oder ähnliche Gewinnungsmethoden aus der Erde zu fördern. Der Begriff ist in britischen und Commonwealth-Bergbauunternehmen ein Standard-Verb für die Hauptarbeit, den Rohstoff aus dem Untergrund an die Oberfläche zu bringen.
Im Kohlebergbau bezeichnet Gewinnen die aktive Förderungsphase, unterschieden von Entwicklungsarbeiten wie dem Auffahren von Strecken oder dem Abteufen von Schächten. Ein Bergmann, der Kohle gewinnt, arbeitet an der Kohlenfront selbst, löst Blöcke oder Flöze ab und lädt sie zum Transport. Ähnlich beschreibt Gewinnen im Metallbergbau die Förderung von Erz aus einem Tagebau oder einem untertägigen Abbaufeld, ob durch Bohrarbeiten und Sprengen, mechanisches Laden oder Schwerkraftförderung.
Der Begriff hat besonderes Gewicht bei der Beschreibung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit eines Lagerstättenkörpers. Ein Erzkörper wird nur dann gewonnen, wenn die Förderung wirtschaftlich gerechtfertigt ist; Grenzvorkommen werden möglicherweise nie gewonnen, wenn Rohstoffpreise oder Förderkosten den Betrieb unrentabel machen. Diese Unterscheidung ist wichtig in der Ressourcenschätzung und Grubenplanung, wo nur der zu gewinnende Anteil einer Ressourcenschätzung als Erzreserve zählt.
Das Wort ist älter als der moderne Bergbau selbst und stammt aus germanischen Wurzeln mit der Bedeutung erwerben oder gewinnen. In der Bergbausprache hat es sich über Jahrhunderte erhalten, weil es direkt und unmissverständlich ist: Man gewinnt den Rohstoff oder man gewinnt ihn nicht. Moderne Grubenplanungen unterscheiden immer noch zwischen der Gewinnungsgrube (aktuell produktiv) und der Reserve (noch nicht gefördert). Der Begriff bleibt Standard in britischen, australischen und südafrikanischen Bergbaubetrieben, ist aber in der nordamerikanischen Fachliteratur weniger verbreitet, wo extract oder mine als Verb bevorzugt werden.
Operativ werden Gewinnungsleistungen in Tonnen pro Schicht oder pro Tag gemessen und werden durch Erzgehalt, Ausrüstungskapazität und Sicherheitsvorkehrungen begrenzt. Ein Schachtbergwerk kann je nach Flözmächtigkeit und Mechanisierungsgrad täglich 1.000 bis 5.000 Tonnen Kohle gewinnen. Schwierige Gebirgsverhältnisse, Wasserzutritte oder Maschinenausfälle verringern die Gewinnungsleistung direkt und üben wirtschaftlichen Druck auf den Grubenbetrieb aus.