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Sanitär und Rohrleitungsbau

Löten

Englisch: wipe

Eine Verbindung, etwa zwischen Bleirohrstücken, herstellen, indem die Fuge mit einer Lötmasse in plastischem Zustand umgeben wird, die mit einem Tuch aufgetragen und durch Reiben geformt wird.

Wipe: Handgeformte Lötverbindung an Rohren

Bei Bleirohren ist eine Wipe das Verfahren, eine wasserdichte Lötverbindung von Hand herzustellen. Dabei wird ein Tuch oder Lederpad verwendet, um heißes Lot um die Verbindungsstelle zweier Rohre zu formen. Das Lot wird im plastischen, halbflüssigen Zustand aufgebracht und durch Reibung und Druck in Form gearbeitet, wodurch eine glatte, feste Verbindung entsteht. Diese Methode war Standard, bevor mechanisches Schweifen und moderne Pressfittinge üblich wurden, und wird noch heute für spezialisierte Bleirohrbauarbeiten verwendet, besonders bei Sanierungen und historischen Rohrsystemen.

Das eigentliche Verfahren besteht darin, die Verbindung mit einem Brenner zu erhitzen, bis beide Rohrenden und das Lot Arbeitstemperatur erreichen, typischerweise etwa 600 bis 700 Grad Fahrenheit für Bleilot. Ein Bündel aus Tuch, Leinwand oder speziell präpariertem Leder, oft um das Ende eines Stabes gewickelt oder in behandschuhten Händen gehalten, wird dann verwendet, um das halbflüssige Lot um die Verbindung zu streichen und zu verdichten. Die wiederholte Wischbewegung formt das Material zu einem Anschlag oder Wulst, typischerweise 3 bis 4 Zoll lang, der sich mechanisch und chemisch mit beiden Rohren verbindet. Gute Technik erfordert sichere Handführung und gutes Wärmemanagement, um zu verhindern, dass das Lot zu schnell erstarrt oder von der Verbindung weg fließt.

Variationen und Werkstoffe

Die Lotzusammensetzung ist bedeutsam. Traditionelle Wipes verwenden typischerweise eine 50/50-Zinn-Blei-Legierung oder ähnliche Verhältnisse, gewählt wegen ihrer plastischen Eigenschaften und Fließcharakteristiken. Manche Handwerker bevorzugen 40/60 oder andere Mischungen je nach Verbindungsgeometrie und Umgebungstemperatur. Es gibt moderne bleifreie Alternativen, die sich aber anders verhalten und angepasste Techniken erfordern. Das Lötpad selbst variiert: Manche Klempner bevorzugen feuchte Baumwolltücher zur Wärmeregelung, andere verwenden Leder oder spezielle Wischpads, die nicht am Lot kleben bleiben.

Eine ordnungsgemäß gefertigte Verbindung ist durch ihren charakteristischen Wulst um die Rohrkupplung erkennbar. Schlechte Ausführung führt zu schwachen Verbindungen mit Hohlräumen, zu starker Lotansammlung oder unvollständiger Penetration. Häufige Fehler entstehen, wenn die Verbindung zu schnell erkaltet, die Rohre vorher nicht ausreichend erhitzt wurden oder das Tuch zu schnell bewegt wurde. Das Prüfen einer Wipe erfordert Oberflächenprüfung und teilweise Druckprobe.

Der Fachbegriff leitet sich einfach von der Hauptaktion ab: Die Verbindung wird durch Wischen geformt. Diese Bezeichnung ist heute eher spezialisiert, begrenzt auf historische Rohrbauarbeiten, Orgelpfeifen und bestimmte industrielle Anwendungen, wo Bleirohre noch vorhanden sind. Die meisten zeitgemäßen Rohranlagen haben Wipes durch gelötete Kupferverbindungen (die keine handgeformte Wipe erfordern) oder Pressfittinge ersetzt, was die Fertigkeit unter jüngeren Handwerkern zunehmend selten macht.

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