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Schiffbau und Werft

Beseelen

Englisch: worm

Die Zwischenräume eines Seils vor dem Umwickeln und Umwickeln mit Garn ausfüllen.

Worm: Seillöcher vor dem Belegen ausfüllen

Worming ist das Verfahren, bei dem dünnes Tauwerk oder Garn spiralförmig in die Rillen und Vertiefungen eingefüllt wird, die sich über die gesamte Länge eines größeren Taues ziehen. Der Zweck besteht darin, diese natürlichen Vertiefungen auszufüllen, sodass das Tau eine glatte und ebene Oberfläche erhält, bevor der nächste Arbeitsschritt erfolgt. Nach dem Belegen wird das Tau dann mit Leinwandstreifen oder geöltem Stoff umwickelt (parcelling) und anschließend mit dünnem Tauwerk oder Marling fest umwickelt (serving). Dieses dreistufige Verfahren, bekannt als Worming, Parcelling und Serving oder WPS, schützt das stehende Gut und anderes Festtauwerk vor Witterungsschäden und Verschleiß.

Das dünne Tauwerk zum Belegen besteht normalerweise aus geöltem Garn, Werg oder dünnem Tauwerk mit einem Durchmesser von etwa 3 bis 6 Millimetern, je nach Größe des zu behandelnden Taues. Der Arbeiter legt das dünne Tauwerk von Hand in jede Rille ein und hält dabei gleichmäßige Spannung. Bei einem großen Tauwerk wie dem Großmasttalje eines Schiffes, das 75 bis 150 Millimeter Durchmesser haben kann, verhindert diese Ausfüllung, dass Wasser in die Schläge eindringt und Fäulnis verursacht. Sie schafft auch eine gleichmäßige Grundlage, die das Belegen ordentlicher und wirksamer macht.

Der Begriff kommt von der spiralförmigen Wicklung, die wie ein Wurm aussieht, der sich helikal um das Tauwerk windet. Frühe Tauwerker hatten keine bessere Metapher als diese alltägliche Beobachtung. Die Verbform ist seit mindestens dem 18. Jahrhundert ein etablierter Fachbegriff in der Seemannssprache, und die Praxis selbst ist noch älter.

Worming ist notwendig bei jedem Tauwerk, das über längere Zeit den Witterungseinflüssen ausgesetzt ist. Modernes Kunststofftauwerk ist wetterbeständiger als Naturfaser, und die Lohnkosten haben WPS in der zeitgenössischen Handelschifffahrt weniger verbreitet gemacht. Allerdings ist das Verfahren nach wie vor Standard bei Kriegsschiffen, bei der Restaurierung historischer Schiffe und bei Segelfahrzeugen, wo Traditionsbe­wusstsein und Haltbarkeit Priorität haben. Tauwerk, das vor dem Belegen nicht ausgemördert wird, sammelt in seinen Rillen Feuchtigkeit und Verschmutzung an und verliert dadurch Jahre seiner Einsatzdauer.

Schlechtes Ausmördern führt zu klumpigem Beleg, schwachen Stellen, wo das Wickeln nicht hält, und zu beschleunigtem Verschleiß, wenn das Tauwerk in Betrieb genommen wird. Die Arbeit erfordert Erfahrung, um gleichmäßige Spannung und Abstände beizubehalten; zu lose und es bleiben Lücken, zu fest und das dünne Tauwerk schneidet in die äußeren Schläge des Taues ein.

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