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Textiltechnik

Rückseite

Englisch: wrong side

Die Seite eines Gewebes mit einer oft weniger sichtbaren Farbe oder Musterung, die bei einem fertigen Erzeugnis nicht sichtbar sein soll.

Fehlseite: die verborgene Seite jedes Stoffes

In der Textilproduktion ist die Fehlseite die Rückseite eines gewebten oder gestrickten Stoffes, also die Oberfläche, die im fertigen Kleidungsstück oder Produkt nicht sichtbar ist. Sie entsteht während des Web- oder Strickprozesses als Rückseite der Struktur und zeigt typischerweise lockerere Fasern, weniger klare Musterzeichnungen und ein matteres oder gedämpfteres Aussehen als die Vorderseite. Bei gewebten Stoffen kann die Fehlseite ausgezogene Fäden, Knoten oder Webfehler aufweisen, die beim Tragen des Kleidungsstücks verborgen sind. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Musteranpassung, Farbkonsistenz und Faserfinish nur auf der Vorderseite ausgearbeitet werden.

Das Aussehen der Fehlseite variiert je nach Stofftyp und Aufbau erheblich. Bei bedruckter Baumwolle ist der Druck auf der Vorderseite scharf und lebhaft, auf der Rückseite jedoch blass und verschwommen, da die Tinte nicht vollständig eingedrungen ist. Gestricktes Jersey zeigt auf der Vorderseite klare Maschen und auf der Fehlseite eine höckerige oder geschleifte Textur. Bei Köperbindungen kehrt sich das diagonale Muster zwischen den beiden Seiten um. Einige Stoffe werden absichtlich so verarbeitet, dass beide Seiten identisch aussehen, sogenannte doppelseitige Stoffe; diese werden für wendbare Kleidungsstücke verwendet und sind aufwendiger und kostspieliger in der Herstellung.

Praktische Auswirkungen beim Zuschnitt und der Verarbeitung

Näharbeiter müssen die Vorderseite vor dem Zuschnitt von Schnittteilen identifizieren, denn ein versehentlich umgekehrtes Teil führt zu einem Kleidungsstück mit verkehrten Nähten, Knopflöchern oder Musterläufen in der falschen Richtung. Bei karierten oder gestreiften Stoffen entstehen bei Vermischung von Vorder- und Fehlseite sichtbare Unstimmigkeiten. Produktionsbetriebe markieren die Fehlseite mit Kreide, Faden oder Falzrichtung, um diesen Fehler beim Massenzuschnitt zu vermeiden. Auch Pressen und Verarbeitung werden nach Seitenlage geplant: Nähte werden oft zur Fehlseite hin gepresst, um sie der Sicht zu entziehen.

Die Bezeichnungen leiten sich von der Funktionsabsicht ab, nicht von der Qualität. Die Fehlseite ist nicht fehlerhaft; sie ist einfach die ungenutzte Oberfläche. Einige Designs setzen die Fehlseite bewusst in Szene oder zelebrieren sie aus ästhetischen Gründen, besonders in zeitgenössischer Mode und wendabaren Textilien. Industrielle Stoffprüfgeräte bewerten beide Seiten separat, denn ein Fehler auf der Vorderseite ist ein großer Mangel, während derselbe Fehler auf der Fehlseite je nach Verwendungszweck und danach, ob die Fehlseite jemals sichtbar wird, akzeptabel sein kann.

Das Verständnis für Vorder- und Fehlseite spielt auch bei der Lagerhaltung und dem Rollenverwaltung eine Rolle. Rollen werden mit der Vorderseite nach außen gewickelt, um sie während Transport und Lagerhaltung vor Staub und Verschleiß zu schützen. Kommt eine Rolle mit der Fehlseite nach außen an, deutet dies entweder auf beabsichtigte doppelseitige Produktion oder einen Handhabungsfehler davor hin.

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