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Kfz-Technik

X-by-wire

Elektronisches System, das ein herkömmliches mechanisches System in einem Automobil ersetzt.

X-by-wire: Elektronik ersetzt mechanische Verbindungen

X-by-wire bezeichnet jedes Fahrzeugkontrollsystem, bei dem ein elektronischer Signalweg eine direkte mechanische Verbindung zwischen Fahrerbefehl und Fahrzeugantwort ersetzt. Statt eines Kabels oder einer Hydraulikleitung vom Pedal zur Drosselklappe oder vom Lenkrad zum Lenkgetriebe liest ein Sensor den Befehl des Fahrers und ein Computer sendet ein elektrisches Signal an einen Aktor, der die Aktion ausführt. Diese Trennung ermöglicht neue Möglichkeiten in der Fahrzeuggestaltung, Sicherheit und Leistung.

Die häufigsten Beispiele sind Drosselklappen-by-wire (auch Drive-by-wire genannt), bei dem ein Gaspedal die Motoransaugung nicht mehr mechanisch öffnet, sondern das Motorsteuergerät signalisiert, die Kraftstoffeinspritzung und Zündverzögerung anzupassen, und Lenk-by-wire, bei dem die Lenkeingabe elektronisch erfolgt statt mechanisch über eine Lenksäule und ein Getriebe mit den Rädern verbunden zu sein. Brems-by-wire-Systeme existieren in einigen Fahrzeugen, doch ihre vollständige Umsetzung bleibt ungewöhnlich, weil Bremssicherheitsvorschriften Redundanz und garantierte mechanische Rückfallebene fordern.

Vorteile und praktische Kompromisse

X-by-wire-Systeme sparen Gewicht, reduzieren den Platzbedarf für mechanische Komponenten und ermöglichen Software-Eingriffe: Drosselklappen-by-wire ermöglicht Traktionskontrolle, Stabilitätsprogramme und Motorschutz durch Begrenzung der Pedaleingabe. Lenk-by-wire kann das Lenkübersetzungsverhältnis spontan anpassen und ermöglicht Hands-off-Parksysteme. Allerdings führt das System Ausfallarten ein, die mechanische Systeme nicht haben. Ein durchtrennendes Kabel war offensichtlich und ließ den Fahrer die Kontrolle behalten; ein fehlgeschlagener Sensor oder korruptiertes Signal ist lautlos. Aus diesem Grund enthalten Produktionssysteme mehrfach redundante Sensoren, doppelte oder dreifache Steuermodule und Watchdog-Schaltungen, die Anomalien erkennen und sichere Zustände auslösen, wie das Unterbrechen der Motorkraftstoffzufuhr oder das graduelles Anwenden der Bremsen.

Der Begriff "X-by-wire" (wobei X eine beliebige Kontrollfunktion ist) wurde in den 2000er Jahren gebräuchlich, als elektronische Drosselklappenkontrolle kabelgesteuerte Systeme in der Branche zu ersetzen begann. Die frühe Einführung von Drosselklappen-by-wire stieß nach hochkarätigen Vorfällen mit unbeabsichtigter Beschleunigung auf Skepsis, doch Untersuchungen deuteten typischerweise auf Fußmattenverheddierung statt Systemausfällen hin. Moderne Implementierungen verwenden einen Pedalpositionssensor, einen zweiten redundanten Sensor und ermöglichen dem Fahrer, durch Loslassen des Gaspedals zu überfahren; das System geht auf Leerlauf, wenn Signale nicht übereinstimmen.

X-by-wire ist ein Trittstein zum autonomen Fahren. Ohne eine mechanische Lenksäule oder ein Pedal kann ein Fahrzeug Befehle von einem menschlichen Fahrer über Bedienelemente, einen Touchscreen oder ein Computersystem annehmen, was den Übergang zwischen Modi machbar macht. Aktuelle Regelwerke erfordern, dass X-by-wire-Systeme in Serienfahrzeugen Funktionssicherheitsstandards wie ISO 26262 erfüllen, die rigorose Tests der Sensorgesundheit, Kommunikationsintegrität und Aktorreaction verlangen.

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