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Bauwesen

Wythe

Englisch: wythe

Durchgehender senkrechter Mauerwerksabschnitt mit einer Steindicke.

Wythe: einestein-starke Mauerwerkssäule

Ein Wythe ist ein einfacher vertikaler Verband von Mauerwerksteinen, in der Regel ein Stein stark. Im Mauerwerksbau bedeutet das eine Säule aus Steinen, die mit den Längsflächen horizontal verlegt sind und eine Wandfläche von etwa 10 cm Dicke ergeben (die Breite eines Standard-Steins). Der Begriff gilt gleichermaßen für Betonblöcke, Naturstein oder andere Mauersteine, die vertikal gestapelt und mit Mörtel vermörtelt werden.

Mehrschichtige Wände entstehen durch Verlegung von zwei oder mehr Wythes nebeneinander und deren Verbund durch Anker, Binderschichten oder Stoßfugenverguss. Eine Standard-Zwei-Schicht-Ziegelmauer ist 20 cm stark; drei Schichten ergeben eine 30-cm-Wand. Diese modulare Bauweise ermöglicht Maurern, unterschiedliche Stärken und Festigkeiten zu erreichen, ohne die Einzelsteingrößen zu verändern. Der Raum zwischen den Schichten, Stoßfuge genannt, kann für Belüftung leer gelassen oder mit Mörtel oder Dämmstoffen gefüllt werden.

Warum der Begriff in der Praxis wichtig ist

Wände nach Schichtanzahl anzugeben ist klarer als nur die Wanddicke zu nennen, da Stein- und Blockgrößen regional unterschiedlich sind und sich im Lauf der Zeit verändern. Eine Zwei-Schicht-Wand ist sofort verständlich für jeden Maurer, unabhängig von der genauen Mörtelfugenstärke oder den Steinabmessungen. Verbandmuster, Blecheinbau und Ankerabstände hängen alle von der Schichtanzahl ab. Statiker denken bei der Berechnung der Tragfähigkeit und der seitlichen Aussteifung von Mauwerk ebenfalls in Schichten.

Probleme entstehen, wenn Schichten nicht richtig verbunden sind oder wenn Bewegungsfugen zwischen Schichten abgedichtet statt offengelassen werden. In Stoßfugen eingeschlossenes Wasser kann in kaltem Klima gefrieren und die äußere Schicht abplatzen lassen. Unzureichende Binderschichten oder Anker können bewirken, dass äußere Schichten unabhängig von inneren ausbeulen, besonders bei hohen Wänden, die Wind oder Erdbeben ausgesetzt sind.

Der Begriff stammt aus dem Altenglischen und findet sich in Maurerfachzeitschriften spätestens seit dem 18. Jahrhundert, obwohl die genaue Herkunft umstritten ist. Er bleibt der Standardbegriff in Bauordnungen und Ausschreibungen in Nordamerika und Großbritannien und ist daher wesentliches Vokabular für alle, die Baudokumente lesen oder in Ziegel- und Natursteingewerken tätig sind.

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