XPS
Abkürzung für extrudiertes Polystyrol, ein Kunststoffschaum.
XPS: starres Schaumstoff-Dämmaterial aus geschmolzenem Kunststoff, der durch eine Düse gepresst wird
Extrudiertes Polystyrol oder XPS ist ein Schaum mit geschlossenen Zellen, der entsteht, indem geschmolzenes Polystyrol-Harz durch eine flache Düse oder ringförmige Öffnung gepresst wird, während gleichzeitig Treibmittel in den Strom eingespritzt werden. Das entstehende Material kommt als fester Block oder Endloskahn heraus und kann zugeschnitten werden. Anders als das offenzellige expandierte Polystyrol (EPS) aus den Verpackungschips hat XPS eine gleichmäßige, dicht gepackte Zellenstruktur, die es dichter, fester und widerstandsfähiger gegen Feuchte und Druckverformung macht.
Die Struktur mit geschlossenen Zellen ist entscheidend. Weil die Blasen im XPS größtenteils versiegelt sind und nicht miteinander verbunden, kann Wasser nicht leicht in das Material eindringen, und der Schaum setzt sich unter Last mit der Zeit nicht ab. Typische Rohdichten liegen zwischen 28 und 40 kg/m³, die Druckfestigkeit beträgt je nach Formulierung etwa 0,25 bis 0,5 MPa. Das macht XPS geeignet für Anwendungen unter der Bodenplatte, Dachdeckungen und Wandhohlräume, wo EPS Feuchte aufnehmen und abbauen würde.
Herstellung und Varianten
XPS wird von mehreren großen Herstellern mit leicht unterschiedlichen Treibmitteln und Verarbeitungstemperaturen gefertigt. Der Extrusionsprozess selbst läuft kontinuierlich ab, daher kommt XPS in langen Bahnen, typischerweise 1200 mm oder 2400 mm breit und 25 bis 100 mm dick, nach Maß zugeschnitten. Das Material wird bei der Herstellung gefärbt: Blaue, rosa, grüne oder gelbe Varianten sind üblich, die Farbe ist aber eher Marketingkonvention als Leistungsmerkmal. Kaschiertes XPS, beidseitig oder einseitig mit Kraftpapier oder Reflexionsfolie verbunden, ist ebenfalls Standard.
Das Hauptproblem ist Wärmebrückenebildung und Kantenverschleiß. XPS funktioniert als Dämmstoff gut, mit R-Werten von etwa 0,13 pro mm Dicke unter Standardbedingungen, muss aber vor langer UV-Belastung geschützt werden, die den Schaum abbaut und seine Eigenschaften verändert. Oberirdische Außenanwendungen brauchen oft Verkleidung oder Anstrich. An Fugen und Durchdringungen geht der Vorteil der geschlossenen Zellen verloren, wenn Wasser eine offene Kante findet; saubere Anschlussdetails sind entscheidend. Wärmebewegungen sind ebenfalls erheblich: XPS dehnt sich mit Temperaturschwankungen deutlich aus und zieht sich zusammen, Installateure müssen Spielraum einplanen.
XPS liegt zwischen EPS (billiger, weniger wasserfest, dampfdurchlässiger) und Polyurethanschäumen (bessere Dämmwerte, höherer Preis, höheres Brandrisiko). In Bauordnungen und Energiestandards gilt XPS als hochwertiger Dämmstoff für durchgehende Außendämmungen, hinterlüftete Fassaden und Fundamentarbeiten. Das Kürzel verwirrt manchmal, weil es auch für ein Windows-Betriebssystem steht; im Zusammenhang wird aber meist klar, was gemeint ist.