Duodecimo: Vom Lateinischen zum kleinen Buch
Für die meisten Menschen ist duodecimo ein obskurer Begriff für Büchersammler. Für Drucker war es das Standardformat für Taschenbücher, definiert durch die Art, wie man das Papier faltete.
Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet duodecimo ein kleines Buchformat, üblicherweise abgekürzt mit 12mo. Sammler und Buchhändler kennen es als das Format vieler Romane und Taschenausgaben des neunzehnten Jahrhunderts. Das Wort kommt aus dem Lateinischen für zwölf und der Name verrät genau, wie es hergestellt wurde: Ein großes Papierblatt von der Druckerpresse nimmt man, faltet es in der Mitte, dann wieder in der Mitte, dann noch einmal in der Mitte. Jedes Falten macht das Blatt kleiner, bis man zwölf Blätter (vierundzwanzig Seiten) hat, die man trennen und binden kann.
Im gewerblichen Druck ist duodecimo keine vage Kategorie, sondern eine genaue Vorgabe. Ein duodecimo-Blatt misst etwa 6,5 bis 7,5 Zoll in der Höhe und 4,5 Zoll in der Breite. Diese Abmessungen ergeben sich direkt aus der Mathematik des Faltens eines großen Druckerblatts, typischerweise etwa 20 mal 24 Zoll, in Drittel und dann in Hälften, mit etwas Verschnitt. Der Drucker, der duodecimo kannte, wusste genau, wie viel Papier er brauchte, wie oft er es falten musste und welche Größe der fertige Buchblock haben würde. Es war eines der Standardformate, das eine Druckerei ohne spezielle Maße oder Papierverschleiß produzieren konnte.
Duodecimo existierte neben anderen benannten Formaten, die auf der gleichen Logik basierten. Folio (einmal gefaltet: 2 Blätter), quarto (zweimal gefaltet: 4 Blätter) und octavo (dreimal gefaltet: 8 Blätter) folgten alle dem gleichen System. Jeder Name codierte die Produktionsgeometrie. Eine Druckerei konnte davon sprechen, eine Serie von Büchern in quarto oder duodecimo zu binden, und jeder wusste, welche Abmessungen und welche Faltreihenfolge erforderlich waren.
Warum hat dieser Fachbegriff in der modernen Sprache überlebt, während der Prozess selbst verschwand? Weil das Format selbst bestehen blieb, auch nachdem das händische Falten dem Schneiden und Zusammenordnen wich. Verleger denken immer noch in diesen traditionellen Kategorien über Buchformate nach, und das duodecimo-Format, klein genug um in die Tasche zu passen, groß genug um komfortabel zu lesen, ist nie aus der Mode gekommen. Der Name überlebte die Methode, weil er etwas Funktionierendes benannte.
The dictionary entry
duodecimo
(noun, industrial printing)
A size of paper, so called because it is originally made by folding and cutting a single sheet from a printing press into 12 leaves; (5 by 7¾ inches): 6.5 to 7.5 inches high, approximately 4.5 inches wide.