ABS
Abkürzung für Acrylnitril-Butadien-Styrol, ein thermoplastisches Kunststoffmaterial.
ABS: Starrer Kunststoffrohr, das in der Kälte nicht reißt
Acrylnitril-Butadien-Styrol ist ein Thermoplast, der zu Rohren und Fittings für Abwasser-, Lüftungs- und Abfalleitungen extrudiert wird. Das Material ist schwarz oder dunkelgrau, bei Normaltemperatur starr und wird mit Lösungsmittelzement verbunden, nicht mit Gewinde oder mechanischen Kupplungen. Es dominiert nordamerikanische Abwasser-Lüftungs-Systeme (DWV), weil es billiger als Gusseisen ist und schneller als Kupfer verlegt wird.
ABS-Rohre gibt es in Nenngrößen von 1,25 bis 4 Zoll Außendurchmesser; Schedule 40 ist der Standard für Wohnungsarbeiten. Die Wandstärke ist unerwartet groß, typisch 0,113 Zoll für 2-Zoll-Rohre, weil das Material Druckstöße von Wasserschlag und äußere Lasten von Boden oder Beton aushalten muss. Fittings wie Bögen, T-Stücke, Siphons und Inspektionsschächte werden separat gespritzt und mit dem gleichen Lösungsmittelzement verbunden wie gerade Strecken.
Wo ABS funktioniert und wo nicht
ABS bewährt sich unter der Erde und in Wänden, weil es gegen die meisten Haushalts- und Kommunalabwässer beständig ist, nicht korrodiert und Frost besser verträgt als PVC. Aber es wird durch längere UV-Strahlung angegriffen; Außenlüftungen müssen mit einer Hülse geschützt oder angestrichen werden. Das Material erweicht bei etwa 180 Grad Fahrenheit, kann also kein heißes Wasser führen. Viele Bauordnungen verbieten ABS für Kaltwasserleitungen und erlauben es nur für DWV-Anwendungen.
Verlegungsgeschwindigkeit ist der praktische Vorteil von ABS. Eine Verbindung setzt in Sekunden mit schnellem Zement, daher kann ein Team ein System an einem Tag zusammenbauen und testen. Der Nachteil ist, dass eine schlechte Fuge nicht einfach nachbearbeitet werden kann, und eine unvollständige oder verunreinigte Zementverbindung wird in den nächsten Tagen auslaufen, während die Fuge aushärtet. Ältere ABS-Rohre aus den 1980er Jahren werden manchmal spröde und rissig; die frühen Formulierungen hatten Stabilitätsprobleme, die moderne Mischungen größtenteils gelöst haben.
Bauvorschriften unterscheiden sich regional. ABS ist in den meisten nordamerikanischen Regionen für alle DWV-Zwecke zugelassen und ist oft die Standardwahl bei Neubau. Einige ältere Codes schreiben Gusseisen für Hauptstränge in bestimmten Gebäudeklassen vor, und manche Bauordnungen verlangen, dass ABS häufiger eingekapselt oder gestützt wird als PVC, um Wärmedehnungstoleranzen einzuhalten. Immer lokale Abweichungen vor Planung oder Verlegung prüfen.