Gaspedal
Englisch: accelerator
Ein Pedal, das beim Drücken die Beschleunigung des Fahrzeugs bewirkt.
Gaspedal: das Pedal zur Steuerung der Motorendrosselung
Das Gaspedal ist ein Fußpedal, das die Kraftstoff- oder Luftzufuhr zum Motor regelt und damit die Leistungsabgabe und Fahrzeuggeschwindigkeit steuert. Bei modernen Fahrzeugen ist es fast immer das rechteste der drei Pedale und arbeitet über ein Seilzug-, Hydraulik- oder Sensorsystem, das mit dem Drosselklappenventil des Motors verbunden ist. Beim Drücken erhöht sich die Motordrehzahl; beim Loslassen sinkt die Leistung und das Fahrzeug verlangsamt sich.
Bei Verbrennungsmotoren steuert das Gaspedal nicht direkt die Kraftstoffeinspritzung oder das Zündzeitpunkt. Stattdessen öffnet es das Drosselklappen-Schmetterlingventil im Ansaugkrümmer und lässt mehr Luft in die Zylinder. Bei Vergasermotoren zieht dieser verstärkte Luftstrom mehr Kraftstoff aus dem Vergaser und reichert das Gemisch an. Bei Benzineinspritzmotoren ist die Drosselklappenposition einer von mehreren Eingabewerten (neben Luftmassenstrom, Kühlmitteltemperatur und Lastsensoren), die das Motorsteuergerät nutzt, um Einspritzdauer und Zündzeitpunkt zu berechnen. Schwere Fahrzeuge und ältere Konstruktionen können ein mechanisches Seilzugsystem verwenden; moderne Autos nutzen typischerweise Drive-by-Wire, wobei ein Potentiometer die Pedalposition erfasst und elektronisch an den Drosselantrieb übermittelt.
Varianten und Besonderheiten
Elektrofahrzeuge ersetzen die mechanische Drosselung durch einen Motorcontroller, der die Leistung zum Elektromotor basierend auf der Pedalposition regelt. Hybridfahrzeuge wechseln je nach Fahrmodus zwischen Motor- und Elektromotorsteuerung. Einige Lastkraftwagen und Baumaschinen verwenden statt eines Pedals einen Drehknopf oder Hebel. Automatikgetriebe können Kickdown-Schalter einbauen, die bei vollem Gasgeben eine Herabschaltung auslösen und die Beschleunigung aus Fahrgeschwindigkeit verbessern.
Häufige Ausfallarten sind klemmende oder schwammige Pedalansprache (oft durch Seilzugkorrosion oder Sensordrift verursacht), Ansprechverlust wegen Sensorfehler oder elektrischen Ausfall und ungewollte Beschleunigung durch Blockade durch Fußmatten oder Steuergerätefehler. Verschleiß in der Drosselkopplung kann auch Trägheit oder ungleichmäßiges Ansprechverhalten verursachen.
Der Begriff leitet sich vom lateinischen accelerare ab, was sich beeilen bedeutet. Im Transportwortschatz wird er manchmal Gaspedal genannt (umgangssprachlich, obwohl 'Gas' technisch bei Dieselmotoren ungenau ist) oder Drosselung, wobei Drosselung sich eigentlich eher auf das Ventil selbst als auf die Steuerung bezieht. Bei Industriemaschinen und stationären Motoren erfüllt ein Regler oder Brennstoffhebel oft die gleiche Funktion, wird aber manuell oder automatisch statt mit dem Fuß betätigt.