Kettfäden sichern
Englisch: lock off
Die Kettfäden oder Stränge eines fertiggestellten Gewebes umschlagen, um deren Ausfransen zu verhindern.
Kettfäden fixieren: Webkantenenden sichern, damit der Stoff nicht ausfranst
Wenn ein Stück Gewebe vom Webstuhl kommt, stehen die Kettfäden, die längslaufend durch den Stoff gehen, noch unter Spannung und können an der Webkante oder Schnittkante leicht verrutschen. Kettfäden fixieren bedeutet, diese freiliegenden Kettfäden zurück in die Stoffstruktur zu drehen oder zu verwinden und sie mechanisch so zu binden, dass sie sich nicht lösen können und der Stoff während der nachfolgenden Bearbeitung, Veredelung oder Verwendung nicht ausfranst.
Das Verfahren hängt vom Stofftyp und der Webstuhlkonfiguration ab. An Schützenwebstühlen können Bediener die Kettfäden von Hand drehen oder mit einem einfachen Handwerkzeug die Fäden in die Webkante zurückwinden; an modernen Greifer- oder Düsenwebstühlen erfolgt die Fixierung oft als Veredelungsoperation nach dem Abnehmen des Stoffes. Einige Mühlen wickeln die Fäden in einer engen Spirale; andere schlingen sie zurück und nähen sie mit Garn oder vorübergehend mit Klebstoff fest. Entscheidend ist, genug Reibung und mechanische Verriegelung zu schaffen, sodass der Kettfaden unter normaler Handhabungsspannung nicht herausrutschen kann.
Schlecht fixierte Kettfäden fallen sofort in der Qualitätskontrolle auf. Das Ausfransen beginnt innerhalb von Tagen oder Wochen, je nach Lagerung oder Transport des Stoffes, an der Schnittkante und arbeitet sich rückwärts entlang der Länge vor. Dies ist besonders problematisch bei Naturfasern wie Baumwolle und Wolle, bei denen der Fehler deutlicher sichtbar ist als bei Kunstfasern, und bei leichten Stoffen, wo die Webkante von Natur aus empfindlich ist.
Der Begriff leitet sich direkt von der Handlung ab: der Kettfaden wird aus seiner Spannung und seinem Ausweichweg fixiert. Dies unterscheidet sich von anderen Kantenverarbeitungsmethoden wie Einfassung oder Saum, die den Rand überdecken; die Fixierung erhält die Kantenstruktur selbst. Es ist auch eine Routinemaßnahme und keine Fehlerkorrektur, die in der Mühle als Standardverfahren vor dem Versand an Veredlungsbetriebe oder Kunden durchgeführt wird.