AEB
Abkürzung für Automatic Emergency Braking oder Autonomous Emergency Braking, eine Technologie zur Unfallverhütung in Fahrzeugen durch automatische Bremsenbetätigung.
AEB: automatische Bremsen, die zupacken, wenn du nicht reagierst
Automatische Notbremsung ist ein Fahrzeugsicherheitssystem, das eine drohende Kollision erkennt und die Bremsen ohne Fahrereingabe betätigt. Das System nutzt Radar-, Lidar- oder Kamerasensoren in der Stoßstange vorne oder hinter der Windschutzscheibe, um die Straße im Blick zu behalten. Wenn die Sensoren ein Hindernis oder ein anderes Fahrzeug in einem Abstand erkennen, der nach Berechnung des Systems zu einem Crash führt, löst das Bremsventil aus. Das Zeitfenster wird in Bruchteilen einer Sekunde gemessen; die meisten Systeme arbeiten zwischen 0,3 und 0,8 Sekunden von der Erkennung bis zum vollen Bremsendruck.
AEB-Systeme arbeiten in Stufen. Die erste Stufe ist eine Warnung an den Fahrer, üblicherweise optisch oder akustisch, um ihm die Chance zum manuellen Bremsen zu geben. Wenn der Fahrer nicht reagiert oder zu langsam reagiert, geht das System in den Eingriffsmodus über und setzt Bremsendruck auf. Manche Systeme fahren zunächst partial in die Bremse und lassen den Fahrer übernehmen; andere gehen direkt auf Maximaldruck. Die Bremsintensität hängt vom Systemdesign und der erkannten Gefahr ab und reicht von 0,5 g bis 1,0 g (5 bis 10 Meter pro Sekunde zum Quadrat). Fahrzeuge mit fortgeschrittenen Systemen können in unter einer Sekunde vollständig bremsen.
Die Technik unterscheidet sich erheblich zwischen Herstellern und Preissegmenten. Einfache Systeme erkennen nur andere Fahrzeuge direkt voraus; fortgeschrittene Versionen erfassen Fußgänger, Radfahrer und stationäre Objekte. Manche Systeme funktionieren nur bei niedriger Geschwindigkeit, unter 50 Kilometern pro Stunde, während Premium-Systeme im gesamten Geschwindigkeitsbereich arbeiten. Die Integration mit Fahrstabilisierung und elektronischen Bremsanlagen ermöglicht AEB, den Bremsendruck an den einzelnen Rädern zu regeln und so Blockieren beim Notbremsvorgang zu verhindern.
Häufige Ausfallarten und Grenzen
AEB ist nicht fehlerfrei. Verschmutzte Sensoren durch Schmutz, Schnee oder starken Regen können das System ganz lahmlegen. Dunkel gefärbte Objekte nachts, besonders nicht beleuchtete Fahrzeuge oder Tiere, werden möglicherweise erst zu spät registriert. Das System kann extreme Annäherungsgeschwindigkeiten nicht ausgleichen; ein Fahrzeug mit 120 Kilometern pro Stunde, das auf ein stehendes Hindernis zufährt, kann auch bei maximaler Intervention nicht rechtzeitig halten. Falschauslösungen treten auf, besonders bei Brückenkonstruktionen, Hinweisschildern oder stillstehendem Schrott, das die Sensoren fälschlicherweise als Hindernisse einstufen.
Der Begriff "autonome Notbremsung" entstand, als die Technik reifte und zuverlässiger wurde; beide Bezeichnungen werden in der Branche mittlerweile gleichbedeutend verwendet, wobei "automatisch" in Vorschriften und Teststandards häufiger ist. AEB ist nun bei der Neuzulassung von Fahrzeugen in Europa, Nordamerika und anderen Regionen verpflichtend oder stark empfohlen, typischerweise getestet gegen feststehende Barrieren und bewegliche Zielfahrzeuge in standardisierten Crashtest-Verfahren.