Schiffchenantrieb
Englisch: shuttle driver
Eine Vorrichtung zum Bewegen des Schiffchens zwischen den Schiffchenkästen und durch die Kettfäden auf einem Webstuhl.
Schützen: das Webereiteil, das die Spule abschießt
Ein Schütze ist der angetriebene Mechanismus auf einem Webstuhl, der den Schützen (einen kleinen bootförmigen Spulenträger) mit hoher Geschwindigkeit durch die Kettfäden beschleunigt und abschießt. Bei traditionellen Kraftwebstühlen besteht der Schütze typischerweise aus einem Schlag- oder Schützenarme auf einer Exzenterkurve, der den Schützen in einer Schützenlade auf einer Seite des Webstuhls trifft und ihn über die Kette zur anderen Seite treibt. Der Schütze führt diese Bewegung viele Male pro Minute aus, synchronisiert mit dem Öffnen und Schließen des Kettfachraums (dem Raum zwischen gehobenen und gesenkten Kettfäden).
Das häufigste Schützen-Design nutzt einen rotierenden Nocken- oder Kurbelantrieb, der die kontinuierliche Rotationsbewegung der Webstuhlabtriebswelle in einen schnellen hin- und hergehenden Schlag umwandelt. Der Schützenarme oder Schlag ist typischerweise aus Hartholz (Esche oder Hickory) gefertigt und an der Schlagstelle mit Leder oder synthetischem Material verkleidet; diese Verkleidung federt den Stoß ab und schützt den Schützen. Kraft und Timing des Schlags müssen sorgfältig abgestimmt werden: zu schwach und der Schütze erreicht die gegenüberliegende Seite nicht; zu heftig und der Schütze wird beschädigt oder prallt unvorhersehbar ab.
Unterschiedliche Webstuhlbreiten und Gewebearten erfordern unterschiedliche Schützenkräfte und Schlagwinkel. Schmale Webstühle für feine Gewebe verwenden sanfte Schützen; breite Industriewebstühle für schwere Waren verwenden kraftvollere Mechanismen. Das Verkleidungsmaterial verschleißt durch den Gebrauch progressiv und muss regelmäßig erneuert werden, da abgenutzte Schützen den Halt am Schützen verlieren und unzuverlässig werden. Ein abgenutzter oder fehlausgerichteter Schütze verursacht Schützenstillstände (den Schützen mitten im Flug steckenbleibend), zerrissene Kettfäden durch ruckartige Bewegungen und erhebliche Produktionsausfallzeiten.
Bei modernen Schmalstoffen und einigen Spezialmaschinen haben Luftdüsen mechanische Schützen vollständig ersetzt und nutzen kontrollierte Druckluftöße, um das Projektil zu bewegen. Diese eliminieren die Verschleiß- und Wartungslast traditioneller Schützen, erfordern aber andere Webstuhlarchtektur und höheren Energieeinsatz.
Der Schütze wird in älterer Textilfachliteratur manchmal Schlag oder Schlagmechanismus genannt, obwohl sich in moderner Verwendung 'Schlag' oft auf das Webstuhlbauteil bezieht, das Schüsse (Querfäden) aus dem Schützen entfernt. Die Effizienz und Konsistenz des Schützens bestimmen direkt Webstuhlgeschwindigkeit, Gewebequalität und Faderbeschädigungsrate und machen ihn zu einem der kritischsten Wartungspunkte in der traditionellen Weberei.