Luftdrain
Englisch: air drain
Ein großzügiger Hohlraum am Fuß von Fundamentwänden zur Gewährleistung von Trockenheit.
Lüftungsfuge: Spalt an der Fundamentunterkante zur Vermeidung von Wasserstau
Eine Lüftungsfuge ist ein Hohlraum oder offener Spalt an der Unterseite einer Fundamentwand, typischerweise zwischen dem Betonfundament und dem Beginn des Aufbaus. Ihre Aufgabe ist einfach: Sie soll verhindern, dass Wasser, Schlamm und frostgeschädigte Erde direkt gegen die Fundamentfläche drücken und Feuchtigkeit nach oben in die Wand saugen. Ohne sie zieht Kapillarwirkung Grundwasser und Bodenfeuchtigkeit in Mauerwerk oder Beton und verursacht Ausblühungen, Abplatzungen, Frost-Tau-Schäden und Fäulnis an Schwellbalken und Holzverbindungen.
Der Spalt ist normalerweise 15 bis 30 cm hoch und entsteht dadurch, dass die Fundamentwand leicht von der Außerkante des Fundamentes zurückgesetzt wird oder beim Betonieren bewusst ein Abstand gelassen wird. Im Mauerwerksbau wird dies oft durch Hochmauern der ersten Schichten auf einem zurückgesetzten Fundament oder durch eine Schicht Bruchsteine oder Ziegeln zur Belüftung in Höhe des Geländes erreicht. Bei Betonarbeiten kann der Hohlraum durch temporäre Abstandhalter während des Gießens geformt und dann offen gelassen werden, oder gelegentlich mit sauberen Kieseln verfüllt werden, um minimale Auflast zu bieten und gleichzeitig Drainage zu bewahren.
Das Prinzip funktioniert auf zwei Wegen. Erstens unterbricht der Spalt die Kapillarbahn, auf der Wasser hochsteigen würde. Zweitens hilft Luftzirkulation im Hohlraum, Feuchtigkeit zu verdunsten, die trotzdem eindringt, und hält die Fundamentunterkante trockener als bei einer bündigen Auflast auf dem Gelände. Bei geneigten oder gut entwässerten Grundstücken spielt dies eine geringere Rolle; in Tieflagen, in der Nähe von Fallrohrausgängen oder in Tonböden mit schlechter Drainage wird sie zur Erhaltung des Fundaments unverzichtbar.
Der Begriff "Lüftungsfuge" ist etwas veraltet; moderne Bauvorschriften und Praxis verwenden eher Begriffe wie "Fundamentabstand", "Feuchtsperrbahn" oder legen einfach einen Mindestabstand zwischen Geländeoberfläche und der ersten Mauerwerkslage fest. Historische Mauerwerkbauten, besonders solche von vor der Einführung moderner Feuchtsperrschichten, verlassen sich stark auf Lüftungsfugen als primäre Abwehr gegen aufsteigende Feuchtigkeit. Einige ältere Gebäude zeigen noch die charakteristische horizontale Bande aus verdunkelten oder beschädigten Steinen und Mörtel, wo eine unzureichende Lüftungsfuge Feuchtigkeitskonzentration ermöglichte.
Lüftungsfugen unterscheiden sich von, arbeiten aber oft zusammen mit korrekter Geländegestaltung, Fundamententwässerung und Pumpensystemen. Eine gut gepflegte Lüftungsfuge ersetzt ordnungsgemäße Entwässerung oder ein Perimetergrabensystem nicht, reduziert aber die Schwere von Feuchtigkeitsproblemen, wenn diese Systeme unzulänglich sind. Bei Sanierungsarbeiten ist das Verbreitern einer Lüftungsfuge durch Absenken der Geländeoberfläche um das Gebäude oder durch eine Oberflächenschutzplatte und französischen Drain am Fundamentrand eine gängige Maßnahme, um aufsteigende Feuchtigkeit in älteren Strukturen ohne größere Grabungen zu stoppen.