Flachdach
Englisch: low-slope roof
Nach ASTM-Standard E 1918-97 ein Dach, dessen oberer Teil mit einer Neigung von 2/12 oder 1:6 (9,5 Grad) oder weniger verlegt ist.
Flachdach: nahezu ebene Dachdeckung bis 2:12 Neigung
Ein Flachdach ist ein Dach mit einer Neigung von 2 Zoll Höhendifferenz pro 12 Zoll Horizontalentfernung (2:12) oder flacher, was etwa 9,5 Grad oder weniger von der Horizontalen entspricht. Dies unterscheidet sich deutlich von Steildächern (alles steiler als 2:12), die Wasser allein durch die Schwerkraft schnell ablaufen lassen. Flachdächer dominieren den Gewerbe- und Industriebau: Lagerhallen, Büroparks, Einkaufszentren und Produktionsstätten haben sie üblicherweise, weil sie die nutzbare Fläche maximieren und die Anordnung von Anlagentechnik auf der Dachebene vereinfachen.
Die entscheidende Herausforderung beim Flachdach ist die Wasserwirtschaft. Wasser fließt nicht so schnell ab wie auf Steildächern, deshalb muss die Entwässerung gezielt geplant sein. Eingebaute Dachrinnen, Dachabläufe und innenliegende Abläufe sind kritisch; Stauungen (Pfützenbildung) entstehen, wenn der Untergrund wirklich eben ist oder wenn Abläufe zu klein dimensioniert oder verstopft sind. Bei Flachdächern dominieren Membranmaterialien: Kunststoffeinzelmembranen (EPDM, PVC, TPO), Bitumendächer (BUR) mit Bitumen- und Filzschichten sowie modifizierte Bitumenbahnen sind Standard. Metalldächer mit Stehfalzen oder Nahtdetails funktionieren auf flachen Dächern ebenfalls gut, wenn die Details ordnungsgemäß ausgeführt sind.
Verarbeitung und häufige Fehlerquellen
Flachdächer müssen mit strenger Beachtung der Neigungserzeugung und Entwässerung verlegt werden. Tragdecken sind häufig aus Beton oder Stahl und werden durch konische Dämmung oder Betonkonizität leicht geneigt. Nähte in Membranen werden mit Klebstoff, Verschweißung (Heißluft oder chemisch) oder mechanischen Befestigungen versiegelt, je nach Material. Durchdringungen für Klimatechnik, Dachaufbauten und Rohrleitungen sind chronische Leckagenquellen, wenn Anschlussdetails nicht sorgfältig geplant und gepflegt werden. Membranpunktierungen, Nahtausfälle und verstopfte Abläufe verursachen die meisten vorzeitigen Schäden.
Der Begriff "Flachdach" existiert genau deshalb, weil die Dachdeckerindustrie eine Grenze brauchte, unterhalb derer die Schwerkraftentwässerung unzuverlässig wird und andere Materialien und Methoden erforderlich sind. Die 2:12-Grenze ist in ASTM E1918-97 festgelegt und wird weit verbreitet von Bauordnungen und Herstellern übernommen. Ab 2:12 können Asphalt- oder Glasfaserschindeln angemessen funktionieren; darunter versagen sie, weil Wasser unter den Schindeln aufstaut und in die Konstruktion eindringt. Ziegel und Schiefer können bei mäßigen Flachgefällen funktionieren, sind aber schwer und teuer.
Die Wartung von Flachdächern ist anspruchsvoller als bei Steildächern. Regelmäßige Kontrolle und Reinigung von Abläufen, Beseitigung von Verschmutzungen und Wasser, Reparatur von kleinen Membranschäden und Neubeschichtung von älteren BUR- und modifizierten Bitumensystemen verlängern die Dachlebensdauer erheblich. Eine gut gewartete Flachdachmembran kann je nach Material und Klimabelastung 20 bis 40 Jahre halten; vernachlässigte Dächer versagen oft nach 10 bis 15 Jahren. In kalten Klimazonen belasten Eisstau und thermische Spannungen die Membranen; in heißen Klimazonen führen UV-Degradation und Dehnungsspannungen zu Nahtfehlern.